Ein Sommer, wie er früher einmal war… Entschuldigt bitte, wenn wir dem ein oder anderen mit diesem Einstieg einen Ohrwurm verpasst haben. Aber dieses Lied dürfte bei der Witterung der vergangenen Wochen so einigen in den Sinn gekommen sein. Tatsächlich war der Juli und auch die ersten Tage des Augustes nicht unbedingt so, wie wir es uns vielleicht erhofft hätten. Genau zum höchsten Sonnenstand zeigten sich oft Wolken, Regenschauer und Gewitter am Woidhimmel. So gingen die Tage mit der meisten Sonnenscheindauer des Jahres nicht unbedingt mit entsprechend hohen Temperaturen einher.

Mancherorts läuft seit einiger Zeit wieder die Heizung. Und sowieso wäre es viel zu kalt mit Temperaturen, die eher in den Herbst gehören als in die aktuelle Zeit. Das mag auf den ersten Blick schnell schlüssig klingen, doch hält diese These auch einem Vergleich mit früheren Zeit stand?
Ein genauerer Blick lohnt sich: Oben dargestellte Grafik zeigt die Tageshöchsttemperaturen der vergangenen Sommer seit 1957 (insgesamt also 68 Jahre) – gemessen an der Klimastation Grainet-Rehberg. Jede feine, graue Linie steht dabei für den Temperaturverlauf dieses Jahres über die drei klimatologischen Sommermonate Juni, Juli und August hinweg. Da es genug Jahre sind, wird aus diesen vielen Linien fast eine graue Fläche. Man sieht also gut, in welchem Rahmen sich die Sommertemperaturen bisher immer bewegt haben. Die blaue Kurve steht für das aktuelle Jahr.
Juni um 2,2 Grad im Schnitt zu warm
Dabei fällt bei genauer Betrachtung auf, dass sich die Juni-Temperaturen 2025 größtenteils immer im oberen Bereich des Möglichen bewegt haben. Dieser Monat fiel im klimatischen Gesamtmittel auch um deutliche 2,2 Grad zu warm aus. Die Frage danach, ob der Juni „gut“ oder „schlecht“ war, stellt sich hier also erst gar nicht.
Etwas anders sieht das Ganze für den Juli aus. Hier hat sich die Temperaturkurve im laufenden Jahr eher mittig im grauen Bereich bewegt. Aber: Die bisher höchste Temperatur, nämlich 32,8 Grad, wurde Anfang des Monats erreicht, ehe es kurz darauf zu einem größeren Temperatursturz kam. Am 8. Juli hatten wir nur noch 14,9 Grad. Der Gesamtmonat Juli fiel auch in der Summe etwas zu kühl aus, aber nur um 0,6 Grad. Man kann also nicht wirklich von einer Abweichung in Richtung „zu kalt“ sprechen.
Viel Potenzial für die kommenden Wochen
Die Witterung der vergangenen Wochen war also nicht irgendwie kühl oder herbstlich, sondern: Vollkommen normal! So und nicht anders sieht ein Sommer aus, wie er früher einmal war. Die Temperaturreihe endet übrigens aus Aufzeichnungsgründen am 2. August, sodass weitere Werte hier noch nicht erfasst sind.
Nun aber freuen wir uns auf das, was sich an diesem Dienstag schon zum ersten mal gezeigt hat: Aufkommende Warmluft mit noch viel Potenzial für die kommenden Wochen. Der Sommer ist noch lange nicht vorbei. Es kann noch viel passieren…
Hog’n-Wetterfrosch Martin Zoidl
Der Hog’n-Wetterbericht wird präsentiert von EMB Baumaschinen, süddeutscher Exclusivpartner von KOBELCO (mehr Infos bei Klick auf folgende Grafik):









