Herzogsreut. Wenn ein beinahe 99-jähriger Mann zu erzählen beginnt, unterbricht man ihn nur äußerst ungerne. Das hat etwas mit Respekt vor einer schier unglaublichen Lebensleistung und somit – erfahrung zu tun. Und es ist überaus interessant, was ein Mensch, der auf ein knappes Jahrhundert zurückblicken kann, alles zu berichten hat. So war Walter Weigerstorfer der eigentliche „Star“ (der gar keiner sein wollte), als der bekannte Moderator Bernhard Fleischmann im Rahmen seiner Sendung „Fleischis kleiner Wanderzirkus“ jüngst das Onlinemagazin da Hog’n besuchte.

Generationenübergreifende Fachgespräche: Von den Erzählungen Walter Weigerstorfers war nicht nur Bernhard „Fleischi“ Fleischmann begeistert. 

Was macht eigentlich „da Hog’n“ genau? Was ist überhaupt ein Hog’n? Warum wurden die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Redaktionszentrale in Herzogsreut liegenden Dörfer Schwendreut (im Volksmund: „Glosan„) und Leopoldsreut (im Volksmund: „Sandhaisan„) zu verlassenen Orten (sog. Lost Places)? Was war dort früher so los? Und: Wie kommt Fotograf Georg Knaus jede Woche zu Bildmotiven, die jedes für sich fast nicht zu toppen sind?

Antworten auf all diese Fragen hat „Fleischi“ bei seinem Besuch im Woid gesucht – und von Hog’n-Redakteur Helmut Weigerstorfer (34), dessen Opa Walter (98) und Georg Knaus (63) bekommen, also von zusammengerechnet 195 Lebensjahren.

„Der Ausflug mit’m Hogn-Helmut – des war moi a wieder a scheena Beweis dafür, was ma in der umliegenden Heimat alles so entdecken kann, wenn ma bloß a bissl die Augen aufhält und wie hautnah Geschichte aa sein kann. Da krieg ich jetzt noch a bissl a Gänsehaut, wie da Opa Walter als Augenzeuge erzählt hat, was früher in Glosan und Sandhaisan so alles Verrücktes passiert is. Ich find des toll, wenn „unsere Generation“ in Form vom Hogn sich auch verpflichtet fühlt, die Geschichte und Geschichtn weiter zu erzählen. Bei all der Globalisierung is des aa unheimlich wichtig, dass ma noch wo erfährt, was in der eigenen Region so alles passiert. Dangschee dafür! (Bernhard Fleischmann)

Es war für diejenigen vor der Kamera eine Reise in die jeweilige Vergangenheit. Und für denjenigen, der teils vor, teils hinter der Kamera stand, womöglich eine Reise in die Zukunft. Denn während der Dreharbeiten machte der einstige „Frühaufdreher“, der bereits für BR Heimat, Bayern 3 und Antenne Bayern „on Air“ gewesen ist, keinen Hehl daraus, dass er und seine Frau sich in den Bayerischen Wald verliebt haben – und gerne hier wohnen möchten. Ist ja auch nicht sonderlich überraschend, oder? Und hier geht’s zum angesprochenen Beitrag von NiederbayernTV:

–> Fleischis kleiner Wanderzirks vom 23. Juli (einfach klicken)

da Hog’n


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