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Regen. Das Verhängnis beginnt im April 1945: Über Cham her rücken die Amerikaner Richtung Mittlerer Bayerischer Wald vor. Die Regener Bürger wollen die Stadt kampflos übergeben. Völlig unerwartet erscheint jedoch am Morgen des 24. April ein Offiziers-Umschulungskurs in Regen, der den strikten militärischen Auftrag hat, die Stadt zu verteidigen. Die hohe Eisenbahnbrücke und die neue Ostmarkbrücke bei der Oleumhütte werden gesprengt. Nach fünf Stunden Kampf wird Regen von der amerikanischen Armee eingenommen. Im Rahmen der Hog’n-Serie „A bad town“ blickt Gastautorin Annemarie Schiller auf den „Raub des Landratsamtes Regen“. 

Das Foto zeigt das stolze Landratsamtsgebäude am Regener Stadtplatz, erbaut 1913. Heute ist darin das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum untergebracht. Repro: Annemarie Schiller

Vier Mühlen, zwei Sägewerke, ein großes Bauwarenlager, eine Holzverarbeitungsfabrik und 33 Wohnhäuser sind zerstört. 18 Zivilpersonen finden den Tod, 75 Familien werden obdachlos. Auch bei den Amerikanern gibt es Verluste. Die genaue Zahl ist nicht bekannt: teils werden acht bis neun, teils sogar 20 Tote genannt. Die Amerikaner sind über diese Verluste sehr erbittert und nennen Regen „a bad town!“

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Die Stadt Zwiesel ergibt sich den Amerikanern kampflos. Der Rabensteiner Egon von Poschinger fährt den Besatzungstruppen in seinem PKW mit einer weißen Fahne entgegen. Von Poschinger, der einige Jahre in den Staaten gelebt hat, mit einer Amerikanerin verheiratet ist und deshalb „fließend Amerikanisch“ spricht, wird von der Besatzungsmacht als kommissarischer Landrat für den Landkreis Regen eingesetzt.

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Der 3. Juli 1945: Ein schwarzer Tag 

Heimatforscherin aus Leidenschaft: Annemarie Schiller hat eigenen Angaben zufolge einen kompletten Schreibtisch voller „interessanter Sachen über Regen“. 

Die Amerikaner richten ab Mai 1945 die Militärregierung für den Landkreis Regen in der unversehrt gebliebenen Stadt Zwiesel ein. Was liegt näher, als auch das Landratsamt Regen nach Zwiesel zu holen? Die Regener bekommen Wind von der Absicht, ihr Landratsamt nach Zwiesel zu verlegen und versuchen sofort mit allen Mitteln die Verlegung des Amtes zu verhindern.

Der 3. Juli 1945 ist ein schwarzer Tag für die Kreisstadt Regen: Um 10.30 Uhr kommt ein Auto aus Zwiesel und holt das gesamte Personal des Regener Landratsamtes nach Zwiesel zur Landwirtschaftsschule, wo sich der kommissarische Landrat von Poschinger schon provisorisch eingerichtet hat. Entsetzt beobachtet die Regener Bevölkerung das Erscheinen von zwei großen Lastautos nach 14 Uhr vor dem Landratsamt.

Auf dem Stadtplatz sammelt sich eine Menschenmenge. Als die Packer das Mobiliar des Landratsamtes auszuräumen beginnen, stellen sich entschlossene Bürger an den Ausgang des Amtes, um die weitere „Amtsplünderung“ zu verhindern; bereits aufgeladene Schreibtische werden wieder in das Amt hineingetragen. Dann erscheint der Landrat persönlich. Ein Versuch, mit ihm ins Gespräch zu kommen, scheitert. Der Sprecher der Regener Bevölkerung, Pfarrer Nikolaus Hackl, folgt ihm ins Gebäude hinein und bittet ihn, doch der Stadt Regen nicht die Lebensader abzuschneiden.

Es beginnt ein dreijähriger Kampf der Regener

Der Landrat erklärt, dass der Militärgouverneur die Verlegung des Amtes angeordnet hat. Ein entsprechendes Schriftstück hat er nicht dabei. Die weitere Auseinandersetzung verläuft ziemlich heftig und endet mit einer Drohung des Landrates: Wenn ihm weiterhin Widerstand geleistet werde, würde er die Beteiligten von der amerikanischen Militärregierung verhaften lassen.

Die Regener weichen der Gewalt unter Protest gegen die grobe Verletzung der uralten Rechte der Kreisstadt Regen. Es beginnt ein erbitterter dreijähriger Kampf der Regener um die Rückverlegung ihres Landratsamtes in die Kreisstadt…

Annemarie Schiller

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–> Weitere Einblicke in die Historie der Stadt Regen gibt’s hier (einfach klicken)


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