Böhmzwiesel/Ensmannsreut. So recht hat sich Birgit Süß-Eckerl auch zwei Nächte danach noch nicht vom Schock erholt. Denn das, was in der Nacht auf Sonntag (15. Juni) im Frongahof, den sie gemeinsam mit ihrem Mann betreibt, vonstatten gegangen ist, hat Spuren hinterlassen – wortwörtlich und sprichwörtlich. In der Ferienanlage in Böhmzwiesel (Stadtgebiet Waldkirchen) wurde eingebrochen. Genauso in der Nacht auf Dienstag (17. Juni) in das Büro einer Zimmerei im nur wenige Kilometer entfernten Ensmannsreut. Darüber informiert die Polizei Waldkirchen – und bittet um Zeugenhinweise.

Der oder die Täter haben laut Bericht der Ermittler im Falle des dem Hog’n bekannten Handwerksbetriebes einen niedrigen vierstelligen Betrag aus einer aufgebrochenen Geldkassette gestohlen. Sowohl in Ensmannsreut als auch in Böhmzwiesel sei erheblicher Sachschaden durch das gewaltsame Eindringen in die Geschäftsräume jeweils durch ein Fenster entstanden. Eine Spurensicherung wurde durch die Polizei durchgeführt. „Aufgrund der gleichen Vorgehensweise wird ein Tatzusammenhang vermutet, möglicherweise auch mit weiteren Aufbrüchen im Landkreis“, heißt es in genannter Mitteilung der Polizei Waldkirchen.
„Scheckkarten sind noch da“
Birgit Süß-Eckerl geht im Hog’n-Gespräch etwas mehr ins Detail. Der oder die Täter seien ihren Angaben zufolge „sehr zielstrebig und zielgerichtet“ vorgegangen. Zwar würde ein erst kürzlich an der Straße angebrachtes Schild darauf hinweisen, wo sich die Rezeption des Frongahofes befindet. Aber dennoch „muss man erst einmal wissen, wo genau das Büro ist und wo genau das Geld aufbewahrt wird“. Die Betreiberin des Urlaubsbauernhofs berichtet weiter, dass ein Fenster aufgebohrt und mittels Draht geöffnet worden sei. „Und auch dann muss man sehr gelenkig sein, um reinzukommen.“
Weil demnächst eine größere Investition anstünde, hätte Birgit Süß-Eckerl bereits etwas mehr Bargeld als nötig vorrätig gehabt – „auch das muss man wissen“. Mitgenommen wurden aber nicht nur große Scheine, sondern auch „50erl-, 20erl- und 10erl-Münzen. Scheckkarten, die daneben lagen, sind noch da. Die Polizisten haben gemeint, solche Sachen wären zu persönlich gewesen – die hätte man vielleicht zurückverfolgen können“. Der materielle Schaden und der Beuteschaden ist demnach nicht unerheblich. Hinzu kommt das mulmige Gefühl, dass in die eigenen vier Wände eingebrochen worden ist.
„Wer denkt denn gleich an einen Einbruch?“
Die Familie Eckerl wohnt im selben Gebäude, zwei Stockwerke über dem Tatort. „Ich habe aber nichts gehört oder mitbekommen – was vielleicht auch daran liegt, dass ich es gewohnt bin, dass gerade im Sommer draußen etwas los ist. Viele unserer Urlaubsgäste genießen die warmen Nächte auch mal länger.“ Und überhaupt: „Wer denkt denn gleich an einen Einbruch?“ Wohl nur die allerwenigsten. Und genau deshalb hat sich die Unternehmerin auch zwei Nächte danach noch nicht vom Schock erholt…
Helmut Weigerstorfer
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Wer hat in besagten Nächten etwas gesehen oder gehört? Die Polizei Waldkirchen bittet unter der Telefonnummer 08581/9865660 um Zeugenhinweise.










