Raser werden in Deutschland zur Kasse gebeten. Wer die Höchstgeschwindigkeit massiv überschreitet, riskante Überholmanöver veranstaltet oder illegal bei Autorennen aufs Gaspedal tritt, gilt als Raser. Abhängig von der Geschwindigkeitsüberschreitung und möglichen Folgen müssen Raser auf deutschen Straßen mit Bußgeldern, Fahrverboten und Geldstrafen rechnen. In extremen Fällen drohen Gefängnis und die Beschlagnahmung des Fahrzeuges.

Ist Raserei eine Straftat?

Bis zum Herbst 2017 galt Raserei als Ordnungswidrigkeit und wurde mit Bußgeldern belegt. Doch die Gesetze haben sich geändert. Laut § 315d des Strafgesetzbuches ist Raserei nun eine Straftat.

Wer in Deutschland an illegalen Autorennen teilnimmt, begeht eine Straftat und muss mit Geld- oder Freiheitsstrafen rechnen. Symbolfoto: pixabay/ ymyphoto

Dazu zählt die Geschwindigkeitsüberschreitung von „Alleinrasern“ ebenso wie die Teilnahme an unerlaubten Kraftfahrzeugrennen. Autofahrer, die sich rücksichtslos und grob verkehrswidrig verhalten, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erzielen, begehen eine Straftat, die mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet wird.

Wie werden Raser bestraft?

Raserei wird mit Geldstrafen, Fahrverboten, dem Entzug des Fahrzeuges oder Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren bestraft.

Hinweis: In Deutschland werden Personen als Raser bezeichnet, die innerorts mit mindestens 100 km/h unterwegs sind, außerorts 140 km/h und mehr fahren und auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h erwischt werden.

 

Folgende Indizien deuten darauf hin, dass ein illegales Autorennen durchgeführt wird:

  • mehrere Fahrzeuge starten gleichzeitig (zum Beispiel an Ampeln)
  • Fahrstil ist riskant
  • gemeinsame Etappenziele werden angesteuert
  • Fahrzeuge sind hochmotorisiert und getunt
  • Wille der Beteiligten, das Tempo zu erhöhen

 

Folgende Tabellen verdeutlichen, wie Geschwindigkeitsüberschreitung in Deutschland geahndet wird (zum Vergrößern: auf Grafik klicken)

 

 

 

Wie lange kann der Führerschein bei illegalen Autorennen entzogen werden?

Bei illegalen Autorennen ist der Entzug des Führerscheins eine mögliche Folge. Für die Neuerteilung wird in der Regel eine Sperre erteilt.

Das Strafmaß hängt immer vom Einzelfall ab und kann sich wie folgt darstellen:

  • Entzug des Führerscheins: Wer an illegalen Autorennen teilnimmt, muss mit dem Entzug des Führerscheins rechnen. Der Führerschein wird von der zuständigen Behörde beschlagnahmt und eine legale Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht mehr möglich.
  • Sperrfrist für Neuerteilung des Führerscheins: Wer den Führerschein wegen Raserei verliert, kann diesen nicht sofort wieder neu beantragen. Wie lange die Sperrfrist ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Der Zeitraum beträgt mindestens sechs Monate, kann aber auch bei maximal fünf Jahren liegen.
  • Sperrfrist ohne Neuerteilung: Liegt ein besonders schwerer Fall vor und kamen Menschen durch illegale Autorennen zu Tode, wird die Sperrfrist nicht wieder aufgehoben und gilt damit lebenslang.
  • Weitere Strafen: Illegale Autorennen rechtfertigen ein höheres Strafmaß. Abhängig vom Einzelfall können auch Geld- und Freiheitsstrafen verhängt werden.
  • Beschlagnahmung des Fahrzeuges: Die für illegale Autorennen genutzten Fahrzeuge können eingezogen werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Fahrer auch der Eigentümer des Autos ist oder ob er sich das Fahrzeug geliehen hat.

Hinweis: Illegale Straßenrennen sind nach fünf Jahren verjährt. Bei schwerwiegenden Fällen mit Todesfolge oder massiver Gesundheitsschädigungen mehrerer Personen ist das Delikt erst nach zehn Jahren verjährt.

 

Wie lange kann ein Fahrzeug bei illegalen Autorennen beschlagnahmt werden?

Wer in Deutschland an illegalen Autorennen teilnimmt, begeht eine Straftat und muss mit Geld- oder Freiheitsstrafen rechnen. Bei Unfällen mit Todesfolge ist auch eine Verurteilung wegen Mordes möglich. Dieser Fall tritt aber vergleichsweise selten ein. Weit häufiger werden die Kraftfahrzeuge, die an illegalen Autorennen teilgenommen haben, beschlagnahmt.

Die Behörden sind berechtigt, das Fahrzeug unmittelbar nach dem illegalen Rennen einzuziehen oder zu beschlagnahmen. Hierbei gibt es einige Unterschiede.

Das Fahrzeug wird beschlagnahmt

Wird das Tatfahrzeug beschlagnahmt, dient dies zumeist präventiven Maßnahmen oder das Fahrzeug dient als Beweisstück für die Tat. Wie lange Fahrzeuge beschlagnahmt werden dürfen, ist gesetzlich nicht genau festgelegt. Hierbei sind immer die individuellen Umstände und der Stand des Verfahrens zu berücksichtigen. In der Regel wird die Sicherstellung des Fahrzeuges mit dem rechtskräftigen Verfahrensabschluss aufgehoben und der Fahrzeughalter bekommt den Wagen zurück und kann wieder uneingeschränkt darüber verfügen.

Das Fahrzeug wird eingezogen

Werden Fahrzeuge eingezogen, gehen diese in den Besitz des Staates über. Auch hier ist nicht relevant, ob es sich dabei um das Eigentum des Täters handelt oder ob dieser mit einem Fremdfahrzeug unterwegs war. Im Einzelfall können auch diese Fahrzeuge eingezogen werden. Eingezogene Fahrzeuge werden dem Besitzer in der Regel nicht mehr ausgehändigt und meistens öffentlich versteigert.


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