Die Deutschen reisen gerne und viel. Nach einem Einbruch während der Corona-Pandemie ist die Reisebereitschaft wieder deutlich gestiegen. Während etwa 25 Prozent der Bundesbürger wenigstens einmal jährlich verreisen, planen fast 40 Prozent sogar zwei- bis dreimal im Jahr eine Reise. Dabei geht jede Reiseplanung mit einem nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand einher. Doch was muss eigentlich berücksichtigt werden? Welche Reiseversicherungen sind unerlässlich und welche Besonderheiten gibt es, wenn eine Reise mit mehreren Zielen unternommen werden soll?
Wie plant man eine Reise mit mehreren Zielen?
Anders als vielleicht gerne angenommen wird, ist die Pauschalreise heute nicht mehr das Maß aller Dinge. Zweifelsohne handelt es sich bei ihr um die bequemste Art des Reisens. Alle Bausteine sind fertig zusammengestellt, die wesentliche Aufgabe der Reisenden besteht in der Buchung. Doch Pauschalreisen haben auch ihre Tücken. Vielen fehlt hier tatsächlich die Individualität. Gerade bei der klassischen All-inclusive-Reise in ein Hotel besteht kaum die Möglichkeit, jeden individuellen Wunsch zu berücksichtigen. Selbstgeplante Reisen rücken daher zunehmend in den Fokus.

Dies gilt vor allem dann, wenn auf einer Reise mehrere Ziele angefahren werden sollen. In diesem Fall ist es wichtig, rechtzeitig mit der Reiseplanung zu beginnen, sodass alle Faktoren Berücksichtigung finden.
Reiseverlauf planen – die ersten Schritte
Für die Planung einer Reise ist es zunächst wichtig, den generellen Verlauf festzuhalten. Dies beginnt mit einer Vorauswahl der möglichen Reiseziele, berücksichtigt aber auch die Priorisierung der Ziele, die dann tatsächlich angesteuert werden. Stehen die Reiseziele fest, kann mit der Routenplanung begonnen werden. Hier ist es sinnvoll, ebenso festzulegen, mit welchen Verkehrsmitteln die verschiedenen Reiseabschnitte bewältigt werden.
Kosten kalkulieren und böse Überraschungen vermeiden
Eine der größten Herausforderungen bei der Planung einer Reise mit mehreren Zielen können natürlich die Kosten sein. Diese entstehen sowohl durch die Wegstrecke, die zurückgelegt werden muss, als auch durch die Buchung verschiedener Übernachtungsoptionen. Generell ist es natürlich preiswerter, eine Unterkunft für eine oder zwei Wochen zu buchen. Wer stattdessen eine Reise mit mehreren Etappen bucht, muss für die kurze Aufenthaltsdauer in Hotels, Ferienwohnungen und Ähnlichen oft mit einem kleinen Aufpreis rechnen.
Bei der Budgetplanung gilt es, realistisch zu bleiben und nicht zu knapp zu planen. So sollte hier immer ein gewisser zeitlicher Puffer vorhanden sein. Dieser wird benötigt, um mögliche Notfälle rechtzeitig abfedern zu können. Steht der finanzielle Rahmen und der Reiseverlauf, kann mit den Details fortgefahren werden.
Planung von An- und Abreise
Wurden die Eckpunkte der Individualreise definiert, folgt die Planung von An- und Abreise. Hier gilt es unter Berücksichtigung des bereitstehenden Budgets zunächst die Möglichkeiten zu ermitteln und dann die nötigen Bausteine zu buchen. Gerade bei Flügen lohnt sich ein intensiver Vergleich.
Buchung der weiteren Reisebausteine
Um die Kosten im Blick zu behalten und böse Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, Übernachtungen und andere Reisebausteine im Voraus zu buchen. Einerseits besteht dann kein Zeitdruck, andererseits sind die Vergleichsmöglichkeiten deutlich besser. Ob dabei bereits alle Übernachtungen vorab gebucht werden oder ob manch ein Aufenthalt offen bleibt, um spontan reagieren zu können, ist den individuellen Vorlieben überlassen.
Notfälle im Blick behalten
Auf jeder Reise kann es zu einem Notfall kommen. Auch dieser sollte möglichst schon in der Planungsphase berücksichtigt werden. Hier gilt es festzulegen, wer kontaktiert werden soll und welche Absicherungen es gibt. Am besten werden die Informationen in einem Dokument zusammengefasst, das gut zugänglich ist.
Ist eine Reiseversicherung notwendig?
Gerade bei Auslandsreisen sollte auf eine gute Reiseversicherung nicht verzichtet werden. Tatsächlich reichen hier die deutschen Policen oft nicht aus, um den Versicherungsnehmer ausreichend zu schützen. Es gibt verschiedene Arten von Reiseversicherungen mit unterschiedlichem Leistungsspektrum.
Auslandskrankenversicherung zur individuellen Absicherung
Wer ins Ausland reist, sollte das generell nur mit einer Auslandskrankenversicherung tun. Diese Reiseversicherung zahlt Kosten von Arztbesuchen oder auch den erforderlichen Aufenthalt im Krankenhaus. Häufig sind hier auch die Kosten für den Rücktransport inbegriffen. Für maximale Sicherheit sollte der Selbstbehalt bei der Auslandskrankenversicherung nie zu hoch angesetzt werden.
Reiserücktrittsversicherung federt Stornokosten ab
Trotz bester Reiseplanung kann immer etwas schiefgehen. Eine plötzliche Krankheit oder Schicksalsschläge machen es vielleicht auch kurzfristig unmöglich, eine Reise anzutreten. Um dann nicht auf den teilweise hohen Stornokosten sitzenzubleiben, ist es ratsam, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Sie übernimmt die Stornokosten, aber auch nur dann, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Weitere Reiseversicherungen in der Übersicht
Es gibt noch zwei weitere Versicherungen, deren Abschluss sinnvoll sein kann. Zunächst muss hier die Reisegepäckversicherung genannt werden. Sie springt dann ein, wenn das Gepäck gestohlen wurde oder verloren gegangen ist. Sie kommt auch für Beschädigungen auf. Ebenso kann bei langen Reisen und bei Reisen mit Kindern der Abschluss von einer Reisehaftpflichtversicherung sinnvoll sein. Die Reisehaftpflichtversicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die auf der Reise entstanden sind.
Reiseversicherungen zahlen generell nur für Leistungen respektive Schäden, die auch im Versicherungsvertrag vermerkt sind. Wurden diese vorsätzlich herbeigeführt, erfolgt eine Leistungserbringung jedoch nicht.
Für welche Länder bestehen Reisewarnungen?
Um die Sicherheit von deutschen Urlaubern im Ausland zu gewährleisten, spricht das Auswärtige Amt regelmäßig für einzelne Länder Reise- oder auch Teilreisewarnungen aus. Generell ist es empfehlenswert, sich vor Reiseantritt darüber zu informieren, welche Reisewarnungen aktuell vorhanden sind, das betrifft vor allem die Politische Lage, beim Klima kann man ungefähr einschätzen, was auf einen zukommt. Derzeit beziehen sich die Reisewarnungen unter anderem auf folgende Länder (zum Vergrößern auf die Grafik klicken):
Welche sind die nützlichsten Tools zur Reiseplanung?
Es gibt mittlerweile eine Reihe von Tools, die die Reiseplanung maßgeblich vereinfachen können. Sie sorgen dafür, dass sich Bausteine leichter vergleichen und Routen einfach planen beziehungsweise koordinieren lassen. Eines der gängigen Tools ist Google Maps. Es ist das Basic für die Routenplanung und ermöglicht es, Orte mit wenig Aufwand zu suchen. Außerdem liefert es während der Reise eine Auswahl an Echtzeitinformationen zum Verkehrsaufkommen. Auch Wanderlog kann ein hilfreiches Tool sein, vor allem dann, wenn ein Roadtrip geplant wird. Es erleichtert die Zusammenstellung von Reiserouten maßgeblich, ist aber auch dann eine gute Wahl, wenn es einzig darum geht, Routen zu optimieren.

Triplt dient vor allem der Reiseorganisation. Das Tool hilft dabei, die individuellen Reisepläne zu bündeln. Weiterhin kann darüber flexibel nach Hotels und Restaurants gesucht werden. Es hilft ebenso bei der Auswahl von Sehenswürdigkeiten und gibt einige Reiseapps, die gerade unterwegs die Organisation von Reisebausteinen ermöglichen.




