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Es ist offensichtlich, dass Heinz Pollak vermeiden wollte, dass sich von Anfang an jeder Waldkirchner in die Diskussion um die hiesige Schullandschaft (da Hog’n- berichtete) einmischt. Das hätte die Sache wohl extrem kompliziert gestaltet. Hier eine Lösung zu finden, die es allen Recht macht, scheint extrem schwierig zu sein. Ein Kommentar.

Die Dorfschule in Karlsbach verfügt über eine eigene Bücherei – entstanden insbesondere dank des Engagements vieler Eltern. Foto: Florian Duschl

Wenn allerdings viel zu viele von Anfang an das Gefühl haben, dass ihre Meinung so gar nichts zählt, dass ihre ehrenamtliche Arbeit etwa im Elternbeirat nicht wertgeschätzt wird, dass sie nicht mitreden dürfen bei einem Thema, das die Zukunft ihrer Kinder und ihrer Dörfer betrifft, dann werden viel zu viele sich gegen die Lösung wehren, die der Bürgermeister präsentiert.

Anschein: Bürgermeister will „sein“ Projekt verwirklichen

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Statt ein fertiges Konzept vorzulegen und darüber zu diskutieren, warum alles andere weniger geeignet ist, hätte Pollak ergebnisoffen mit möglichst vielen Betroffenen reden können, ja sollen. Auf den Tisch legen, wo es zwickt, welche Probleme gelöst werden müssen, wo es finanziell und personell schwierig wird. Dorfschulen haben aber auch Vorzüge, die ebenso in die Entscheidungsfindung miteinfließen dürfen – und sollen.

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Erntet aufgrund seiner Kommunikationsstrategie derzeit viel Kritik: Waldkirchens Bürgermeister Heinz Pollak. Foto: Hog’n-Archiv

Mag gut sein, dass am Ende trotzdem derselbe Fahrplan auf dem Tisch gelegen hätte, dass am Ende im Stadtrat trotzdem über die Schließung der Dorfschulen und über den Neubau einer zentralen, großen Grundschule abgestimmt worden wäre. Die Abstimmung hätte dann aber nicht so viele Beteiligte „überrollt“. Sie hätte nicht den Anschein erzeugt, der Bürgermeister wolle „sein“ Projekt so schnell wie möglich „durchdrücken“. Es wäre nicht der Eindruck entstanden, Pollak favorisiere die Lösung mit einer zentralen Grundschule rein aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus, ohne das Wohl der Kinder im Blick zu haben.

Und es wäre wohl auch nicht der Eindruck erweckt worden, er wolle zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn durch den Bau einer Grundschule auf dem Gelände der alten Mittelschule würde er gleichzeitig das Altlasten-Problem lösen: den teuren Abriss des asbestbelasteten Gebäudes.

Abstimmung in den nächsten Wochen

Wenn es nach dem Stadtoberhaupt geht, soll innerhalb der nächsten acht bis zehn Wochen die Abstimmung im Stadtrat über die Grundschul-Planungen stattfinden. Dies hat Pollak selbst gegenüber dem Onlinemagazin da Hog’n mitgeteilt. Acht bis zehn Wochen sind ein extrem kurzer Zeitraum, wenn man bedenkt, dass es hier nicht nur um die Zukunft vieler Schüler geht, sondern auch um die Zukunft der Dörfer rund um Waldkirchen.

Kommentar: Sabine Simon


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