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Scheinbar zeigen die entsprechenden Contra-Bewegungen Wirkung: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat die Bundesregierung eingeräumt, dass eine Impfpflicht im Pflegebereich ab 16. März gar nicht konsequent umgesetzt werden kann. So dürfen Ungeimpfte weiterarbeiten, „bis das Gesundheitsamt die Entscheidung über ein Betreuungs- bzw. Tätigkeitsverbot getroffen hat“. Heißt konkret: Jeder einzelne Fall muss geprüft werden – wohl eine langwierige Angelegenheit. Es wird insgesamt deutlich, dass das Konstrukt der partiellen Impfpflicht bröckelt. Zumal der Widerstand weiterhin deutlich spürbar ist.

Im Laufe der Videobotschaft wird deutlich, wer hinter dem Beitrag steckt. Der junge Mann, der zu erkennen ist, ist übrigens keine Pflegekraft – er unterstützt die Aktion lediglich. Screenshot: YouTube/da Hog’n

Das Onlinemagazin da Hog’n berichtete zuletzt bereits über zwei anonyme Briefe, in denen Pflegekräfte aus dem Landkreis Freyung-Grafenau ihren Unmut über den Zwangs-Piks geäußert haben – mit klaren Botschaft wie „Impfpflicht und Tschüß“ oder „Ich bleibe impffrei“ sowie zahlreichen plakativ durchgestrichenen Ernennungsurkunden. Während die erste Postsendung wohl aus der Belegschaft der Kliniken am Goldenen Steig gekommen ist, scheint das zweite Schreiben Hog’n-Informationen zufolge einem Pflegedienst zuordenbar zu sein.

„Und nach zwei Tagen waren wir 500“

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Erstgenannte werden nun noch deutlicher: Im Rahmen eines öffentlich zugänglichen Beitrages auf der Video-Plattform YouTube mit dem Titel „Aktion Ohne Mich“ betonen Pflegekräfte noch einmal, welch wichtige Aufgaben sie mit ihrem Dienst am Menschen übernehmen – und welche „ohne mich“ nicht mehr erledigt werden würden. Es sind zwar nur einige Rückansichten von Männern und Frauen zu sehen – hinter dieser Kampagne stecken allerdings inzwischen knapp 500 Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, deren Herkunft die Regionen Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Pfarrkirchen umfasst.

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Das genannte Video wurde am 1. Februar bei YouTube online gestellt:

Der Ursprung dieser Gruppe liegt im Landkreis FRG. „Ich habe eine WhatsApp-Gruppe mit Bekannten erstellt, die meine Meinung teilen. Diese haben dann wiederum Gleichgesinnte hinzugefügt. Und nach zwei Tagen waren wir knapp 500“, berichtet die Initiatorin, die anonym bleiben möchte, gegenüber dem Hog’n. Noch sei es nicht an der Zeit, sich öffentlich zu bekennen – zumindest auf eine offensive Art und Weise. „Wir beteiligen uns schon länger an entsprechenden Demonstrationen – aber eher im Hintergrund.“ In einem weiteren Schritt, dessen Zeitpunkt jetzt noch nicht feststeht, möchten sich die Initiatorin und ihre Mitstreiter auch in der Öffentlichkeit zu erkennen geben.

„Wir wissen sehr wohl, was die Erkrankung bedeutet“

Dieser anonyme Brief, an dem 35 Pflegekräfte beteiligt waren, erreichte die Hog’n-Redaktion am 11. Januar. Dieser Gruppe hat sich inzwischen der Aktion „Ohne mich“ angeschlossen.

„Uns ist es zunächst einmal wichtig, dass unsere Botschaft verbreitet wird. Wir möchten der Bevölkerung die Augen öffnen, dass ohne uns ein Notstand ausbrechen kann“, betont die Frau, deren Klarname der Redaktion bekannt ist, im Hog’n-Gespräch. Ihr ist es gleichzeitig wichtig zu unterstreichen, dass sich ihre Gruppe klar und deutlich von Querdenkern distanziert. Der Aktion „Ohne mich“, der sich sowohl Ungeimpfte als auch Geimpfte angeschlossen hätten, gehe es nicht um Populismus, sondern um die Sache an sich, bekräftigt sie. „Wir wissen sehr wohl, was die Erkrankung bedeutet. Wir haben ja täglich damit zu tun. Deshalb hat unsere Kampagne mit Corona-Leugnerei nichts zu tun. Es geht uns rein um den Impfstoff, der in unseren Augen keinen Sinn macht, weil er bei Varianten nicht wirkt – oder nur über eine begrenzte Zeit.“

Helmut Weigerstorfer

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0 thoughts on “Aktion „Ohne mich“: Die anonymen Briefe bekommen eine Stimme

  1. Ich weiß ja nicht, wie weit das Vorstellungsvermögen der Leser*innen dieser Zeilen geht, aber ich probier das mal an dieser Stelle.

    Stellen Sie sich also bitte ein Video vor, das im Sekundentakt Holzkisten zeigt, alle versehen mit der Aufschrift „ohne mich“.
    Holzkisten, Urnen, Leichensäcke, Grabstätten, Totentücher, hastig gegrabene Erdlöcher, … alle versehen mit der Aufschrift „ohne mich“.

    Mit Stand 3. Februar 2022 würde dieses Video 5.701.281 Sekunden laufen.
    Ich will das für Sie mal umrechnen: 95.021 Minuten … 1.583 Stunden … rund 66 Tage.
    66 Tage lang ein einziges Video, das im Sekundentakt Tote mit der Aufschrift „ohne mich“ zeigt.
    ————
    Nach diesem hoffentlich sehr langen Gedankenstrich will ich Sie gerne auf etwas anders gestrickte Video-Botschaften aufmerksam machen, die mit dem heutigen Tag an anderer Stelle veröffentlicht wurden.
    Sehenswert, wie ich meine.
    Achtung: Es könnte sich ein weiterer Gedankenstrich auftun.

    Hier:
    https://ois.gmachtin.bayern/
    und hier:
    https://wir-sind-straubing.de/
    und ganz besonders hier:
    https://wir-sind-straubing.de/aktuelle-projekte/demokratie-und-rechtsstaat-bewahren/

    Bleibt meinerseits:
    Sehr viel lieber also „MIT EUCH!“
    Peter

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