„Der Kampf geht weiter“: Akakpo droht mit Hungerstreik in Freyung

Freyung. „Herr Dr. Olaf versucht mich mental zu erschöpfen und zu sabotieren.“ Einer von meheren Vorwürfen, mit denen sich Emmanuel Akakpo in seiner jüngsten Facebook-Videobotschaft an die Öffentlichkeit wendet – und das bereits zum wiederholten Male. Die Verzweiflung ist ihm dabei anzumerken – aber auch eine gewisse Entschlossenheit. Denn der ehemalige Berliner Barbesitzer und Mieter von Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich und dessen Familie versucht nach wie vor, ein klärendes Gespräch mit dem Rathaus-Chef zu erzwingen, um die Kündigung des Mietvertrags für seine Bar „Maluma Dreams“ in Berlin-Wedding doch noch rückgängig zu machen. Notfalls auch per Hungerstreik, wie Akakpo nun verkündete.

Emmanuel Akakpo, gebürtiger Togolese, musste nach 17 Jahren seine Bar „Maluma Dreams“ im Berliner Stadtteil Wedding auf richterlichen Beschluss hin räumen. Eigentümerfamilie Heinrich sah sich zu diesem Schritt aufgrund „immenser Mietrückstände“ und Akapos genereller „Unzuverlässigkeit als Mieter“ gezwungen. Screenshot: da Hog’n/FB-Seite „Maluma Dreams“

Nachdem es – wie Akakpo auf der Plattform change.org, in deren Rahmen er die Online-Petition namens „Maluma Dreams ausgeträumt – Bitte helfen Sie mir meine kleine Kiezbar zu retten“ initiert hatte, mitteilt – in den vergangenen Tagen etwas ruhiger um ihn geworden sei, hat er sich nun zurückgemeldet. Die Petition haben mittlerweile mehr als 82.800 Menschen unterzeichnet – ein Grund, warum die aus Olaf Heinrichs Sicht rein zivilrechtliche Angelegenheit überhaupt erst in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt war.

Akakpo fordert Gespräch „von Angesicht zu Angesicht“

Akakpo hat, wie er sagt, „abseits der sozialen Medien weitergekämpft“ und am 1. Februar mit Unterstützung der Initiative „Hände weg vom Wedding“ öffentlich vor dem „Maluma Dreams“ gegen deren Schließung demonstriert. Dabei hat er einen „offenen Protestbrief“ an Freyungs Bürgermeister verlesen – und diesen im Anschluss an ihn verschickt. „Ziel der Aktion war es, eine solidarische Nachbarschaft gegen Verdrängung zusammenzubringen und sichtbar zu machen. Unsere von Verdrängung, Zwangsmodernisierung, Luxussanierung und Entmietung betroffenen Nachbar*innen werden nicht allein gelassen“, ist auf der Website der Initiative zu lesen.

Screenshot: da Hog'n/ Hände weg vom Wedding

Einige „solidarische Nachbar*innen“ hatten sich am 1. Februar vor der Torfstraße 16 in Berlin-Wedding eingefungen, „um gegen die Verdrängung der Kiezkneipe“ zu demonstrieren. Screenshot: da Hog’n/ Hände weg vom Wedding

„Ich wollte der Hausverwaltung gerne Zeit geben, auf meine Anfragen nach einem Dialog zu reagieren. Leider wurden alle meine Anfragen und Bitten nach einem Dialog, einer Mediation, ignoriert“, schildert Akakpo die derzeitige Lage aus seiner Sicht. Daher habe er sich nun dazu entschieden, „ab dem 19.02. in einen Hungerstreik zu treten, bis Herr Olaf Heinrich mich empfängt und mir das Mindeste gibt, was mir zusteht: ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht.“

Konkret wolle er an besagtem Februarmontag mit „einem Team“ von Berlin nach Freyung kommen, um vor dem dortigen Rathaus aufzuschlagen und dann solange in den Hungerstreik zu treten, „bis der Bürgermeister uns empfängt“. Bis dahin ruft er seine Mitstreiter dazu auf, „täglich eine Email an den Bürgermeister zu schicken“. Nach der Protestaktion in Berlin fühle er sich „jetzt stärker denn je“, sagt der gebürtige Togolese in seiner Facebook-Videobotschaft.

„Der Kampf geht weiter“ – Bislang keine Reaktion seitens Heinrich

Des Weiteren wirft Akakpo dem Freyunger Bürgermeister – teils etwas unzusammenhängend – vor, ihn und seine Mitarbeiter „seit sechs Wochen in die Arbeitslosigkeit geschickt“ zu haben. „Herr Dr. Olaf hat mich und meine Mitarbeiter ruiniert.“  Zudem habe er „nach fünf Wasserschäden und mehreren 10.000 Euro Umsatzverlust keinen Cent von Versicherungen bekommen“.

„Alles gesagt“: Freyungs Bürgermseiter Dr. Olaf Heinrich. Foto: Hog’n-Archiv

Akakpo sagt: „Ein Oberbürgermeister mit Doktortitel verrechnet sich um 51.000 Euro. Ich habe mehr als 250.000 Euro Miete bezahlt.“ Zudem habe er gehört, „dass in Freyung alle Probleme mit Reden geregelt werden“ – auch er wolle in diesen Genuss kommen und mit Heinrich über eine mögliche Lösung sprechen. Nun sei die Zeit zu kämpfen – „und der Kampf geht weiter“, wendet sich Akakapo direkt an seine Unterstützer.

Indes will sich Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich offenbar nicht mehr zu dieser Angelegenheit äußern, wie er auch schon zuletzt gegenüber dem Hog’n betont hatte. Eine Anfrage, wie er die Hungerstreik-Androhung Akakpos bewertet und was er hier zu unternehmen gedenkt, blieb bislang unbeantwortet. In einer Stellungnahme hatte der Freyunger Rathaus-Chef jedoch seine Sicht der Dinge bereits vor wenigen Wochen ausführlich dargelegt.

da Hog’n

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