Penningers Pläne für Waldkirchen: Mit Whisky und Kaffee Richtung Zukunft

Waldkirchen. Nach außen hin wirkten Stefan Penninger, dessen Vater Reinhard sowie Geschäftsführer Christoph Bauer relativ entspannt während der jüngsten Präsentation der Pläne für den Neubau der Destillerie am Standort Waldkirchen. Wie es aufgrund des beeindruckenden Investionsvolumens von aktuell knapp zehn Millionen Euro in ihnen drin aussieht, darüber darf gemutmaßt werden. Denn Penningers haben viel vor in der Bayerwaldstadt: „Der neue Standort wird mehr als eine Produktionsstätte sein – er wird allen Besuchern unsere Leidenschaft für die geistigen Genüsse näherbringen“, bringt Christoph Bauer das Vorhaben auf den Punkt.

So soll das neue Penninger-Areal am Standort Waldkirchen aussehen. Studie: Reiter-Hahne

Das Interesse der Medien ist groß, der Sitzungssaal des Waldkirchener Rathauses gut gefüllt, als Stefan Penninger und das mit dem Neubau beauftragte Team des Architekturbüros Reiter-Hahne das Konzept vorstellen. „Wir hoffen, dass wir Sie in Staunen versetzen können“, richtet sich Geschäftsführer Bauer eingangs ans Publikum, zu dem u.a. auch Landrat Sebastian Gruber und Walkirchens stv. Bürgermeister Max Ertl zählen. „Wir haben von Anfang an unglaubliche Unterstützung seitens der Politik und der Stadt erhalten“, zeigt sich geschäftsführender Gesellschafter Stefan Penninger den beiden gegenüber dankbar.

Neu: Brennanlage mit Sudhaus und ein Whisky-Fasslager

Ihn und seine Familie habe nach Sichtung mehrerer Entwürfe der Vorschlag des Passauer Architekturbüros überzeugt – und ihre „Herzen gewinnen können“. Ein Highlight der neuen Destillerie wird ein Besucherzentrum mit integrierter „Gläserner Produktion“ darstellen. Im Rahmen täglich stattfindender Führungen sollen dabei den Gästen alle Stationen der Spirituosen- und Essigherstellung „von allen Seiten erlebbar und begehbar“ gemacht werden – während die Arbeitsprozesse selbst ungehindert weiter laufen. Das heißt in der Praxis, dass sich die Besucher über einen auf Dachhöhe erbauten Steg von einem Gebäude zum nächsten bewegen können – und so per „Obendraufsicht“ einen Live-Einblick in die verschiedenen Vorgänge erhalten können.

Stefan Penninger bei der Präsentation der Pläne.

Das Konzept sei eine einmalige Attraktion im Bayerischen Wald. „Moderne Architektur, die das bayerwäldlerische Element optisch aufgreift“, wie Stefan Penninger es nennt – „und an einem besucherkompatiblen Standort vereint“. Die wesentlichen Elemente dabei: Holz, Glas und Granit. Das gesamte Bauwerk soll sich harmonisch in die Landschaft einfügen. Die Anordnung ähnele einer dörflich gewachsenen Struktur mit traditionellen Satteldächern und gliedere sich in die städtebauliche Umgebung ein.

Zwei Neuerungen, auf die der geschäftsführende Gesellschafter besonders stolz ist: eine kupferne Brennanlage mit Sudhaus sowie ein Fasslager für holzfassgelagerte Spirituosen. Mit letzerem eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Spirituosenherstellung für das Unternehmen, denn: Penninger will in den kommenden Jahren verschiedene Whiskyarten in Eigenregie herstellen. Exklusive Spezialitäten wie Whisky und Rum könnten dann am Ende jeder Führung in einer eigens dafür vorgesehenen „Bar- & Tasting-Area“ verkostet werden, wie es heißt. Nach der für das Frühjahr 2019 geplanten Eröffnung des Areals soll es weitere „drei Jahre und einen Tag dauern“, bis der erste Waldkirchener Whisky zur Reife gelangt ist und kredenzt werden könne.

„Neubau soll kein Industriegebiet am Rand der Stadt sein“

Darüber hinaus soll ein eigenes Café mit Freisitz und Blick auf den Bayerischen Wald errichtet werden, wo Besucher Kaffee aus direkt vor Ort gerösteten Bohnen sowie Gebäck und kleine Speisen zu sich nehmen können. Dabei will man mit Stephan Bauer vom Passauer „Kaffeewerk“ künftig eng zusammenarbeiten. Denn auch das Produkt Kaffee gehöre Penninger zufolge zu den „hochwertigen, trinkbaren Genüssen“. Und auch der kulturelle Genuss werde nicht zu kurz kommen, wie dieser betont: „Unser Neubau soll kein Industriegebiet am Rand der Stadt sein. Stattdessen wird sich das Unternehmen als Teil des öffentlichen, kulturellen Lebens integrieren.“ Im angeschlossenen Kinosaal mit 25 Sitzplätzen werden etwa nicht nur kurze Filme über die Hausbrennerei präsentiert, sondern auch Filmabende außerhalb der Öffnungszeiten angeboten.

Der Besucher solle nicht den Eindruck haben, er bewege sich durch eine Produktionssätte in einem Gewerbegebiet, sondern „durch etwas Gewachsenes“, erklärt Architektin Ina Reiter-Hahne die angestrebte „Hof-Situation“ auf dem Areal.

Sieben Tage in der Woche soll die neue Produktionsstätte geöffnet haben, mit reduziertem Betrieb während der Nebensaison. Geschäftsführer Christoph Bauer rechnet mit mehreren zehntausend Besuchern im Jahr. Er ist überzeugt: „Einen besseren Standort kriegst Du nicht“ – und bezeichnet die 7.000-Quadratmerter-Fläche an der St2132 nahe des Kreisverkehrs als „Joker“, den die Stadt Waldkirchen als entscheidendes Argument für den Zuschlag aus dem Ärmel gezogen habe.

Sebastian Gruber, der genauso wie Max Ertl von einem „Freudentag“ sprach und das touristische Potenzial des Großprojekts hervorhob, händigte zum Schluss der Präsentation die vom Landratsamt abgesegnete Baugenehmigung an die überraschten Penninger, Penninger und Bauer aus. Der Landrat bewertete das Vorhaben als „klares Bekenntnis zur Region“ und lobte das „sehr gut durchdachte Konzept“.

Im Übrigen steht Stefan Penninger zufolge auch die Belegschaft der Traditionsbrennerei ganzheitlich hinter dem logistisch herausfordernden Betriebsumzug von Hauzenberg nach Waldkirchen. Dort sollen mehr als 30 Leute beschäftigt werden, wie Christoph Bauer, der sich noch nicht auf eine endgültige Mitarbeiterzahl festlegen möchte, mitteilt. Der Spatenstich soll – nach der finalen Vergabe der Baumaßnahmen – schon in wenigen Wochen erfolgen. Und wer weiß: Vielleicht wird auf die Whisky-Destillerie und die Kaffeerösterei ja (irgendwann) auch noch eine kleine (Bier-)Brauerei folgen…

da Hog’n

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