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Ein kleines Jubiläum: Seit drei Jahren fährt die Ilztalbahn die idyllische Strecke von Freyung nach Passau.
Ein kleines Jubiläum: Seit drei Jahren fährt die Ilztalbahn die idyllische Strecke von Freyung nach Passau. Fotos: Desiro

Freyung-Grafenau. Am 16. Juli 2011 wurde der saisonale fahrplanmäßige Verkehr auf der Strecke Passau-Waldkirchen-Freyung aufgenommen. So schnell vergeht die Zeit – ein guter Grund für ITB-Chef Prof. Dr. Thomas Schempf, die drei Jahre Revue passieren zu lassen – und einen Blick auf die Zukunft der Ilztalbahn zu werfen.

Rückblick auf drei Jahre ITB:

  • ITB-Chef Thomas Schempf ist hinsichtlich der Zukunft der Ilztalbahn absolut zuversichtlich. Foto: da Hog'n
    ITB-Chef Thomas Schempf ist hinsichtlich der Zukunft der Ilztalbahn absolut zuversichtlich. Foto: da Hog’n

    Die Fahrgastzahlen etablierten sich im oberen Bereich der Erwartungen der Ilztalbahn GmbH. An vom Wet­ter her günstigen Tagen liegt der tägliche Fahrgastzuspruch in der Nebensaison (Mai und Juni sowie Oktober) im Bereich von 800 bis 1.200 Fahrten – in der Hauptsaison (Juli bis September) im Bereich von 1.000 bis 1.500 Fahrten. Größtes unternehmerisches Risiko ist gewissermaßen das Wetter – Dauerregen insbesondere am Vormittag führt zu deutlich ge­ringerer Fahrgastnachfrage im gesamten Tagesverlauf.

  • Das neue – erweiterte – Fahrplankonzept hat der Ilztalbahn im Jahr 2014 die beste Vorsai­son seit der Wiedereröffnung gebracht – die Werte sind sogar besser als im Jahr 2012. Im Jahr 2013 waren die Fahrgastzahlen durch die Schlechtwetterperiode in den Pfingstferien, das Junihochwasser und den Hangrutsch mit sechswöchigem Schienenersatzverkehr bis Ende Juli deutlich geringer – das konnte auch in der zweiten Halbzeit der Saison nicht mehr ausgeglichen werden.
  • Die neue Triebwagen-Baureihe 642 (Desiro) findet bei den Fahrgästen äußerst positive Reso­nanz. Die großen Fenster und die vielen Vierer-Sitzgruppen schaffen eine  angenehme Reiseatmosphäre. Durch das erhöhte Sitzplatzangebot pro Fahrzeug und die zusätzlichen Fahrten konnten allen Fahrgästen Sitzplätze bereitgestellt werden.
Bahnhof Kalteneck:
Bahnhof Kalteneck: Eine der Haltestellen der Ilztalbahn.
  • Die Vernetzung mit regionalen Partnern  wie z. B. Nationalpark Bayerischer Wald, Modehaus Gar­hammer, Tarifgemeinschaft Bayerwald-Ticket, Tschechische Bahn CD in Südböhmen, ist ein wichtiges Standbein für die weitere Verankerung der Ilztalbahn in der Region.
  • Der Landkreis Freyung-Grafenau als Partner für die Anschluss-Busverkehre gewährleistet, dass auch weitere Regionen im Landkreisgebiet am Wochenende ohne Auto „mobil“ sein können. Die Anschlussbusse stellen die Verknüpfung nach Südböhmen (über Haidmühle Grenze/Nové Údolí) und zum Nationalparkzentrum Lusen sicher.
  • Zu guter Letzt eine wichtige Feststellung: Die Ilztalbahn ist drei Jahre unfallfrei unterwegs ge­wesen. Alle ITB-Aktiven werden alles dafür tun, dass dies auch künftig so bleiben wird. Leider leisten aber nicht alle Autofahrer ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit – so mussten in diesem Jahr bereits mehrere kritische Situationen an Bahnübergängen durch Vollbremsungen der Züge „entschärft“ werden. Es ist unvorstellbar, mit welchem Leicht­sinn hier einige Verkehrsteilnehmer das Rotlicht an Bahnübergängen (insb. in Röhrnbach, Fürsteneck und Kalteneck) oder die Bedeutung des Andreaskreuzes an technisch nicht ge­sicherten Bahnübergängen ignorieren.

Ein Blick in die Zukunft:

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Wahrhaftig gut gefahren – nämlich unfallfrei – ist die ITB in den ersten drei Jahren.
  • Der saisonale Freizeitverkehr ist etabliert und wird in diesem Umfang auch künftig stattfin­den. Zahlreiche Ehrenamtler gewährleisten hier zuverlässig ein bei Einheimischen, Ausflüglern und Urlaubern wertgeschätztes Verkehrsangebot.
  • Noch im Jahr 2014 wird der Güterverkehr auf der Ilztalbahn aufgenommen werden. Dabei kommt voraussichtlich dem Bahnhof Waldkirchen als Umschlagsplatz für Holz aus der Böhmerwaldregion besondere Bedeutung zu. Die Ilztalbahn leistet somit einen Beitrag zur Entlastung der B12 von schweren Holztransporten, die bislang bis Passau bzw. Schalding verkehren mussten.
  • Nach dem neuen bayerischen Landesentwicklungsprogramm sollen in Bayern die Möglichkei­ten der Reaktivierung von Bahnstrecken genutzt werden. Daraus ergibt sich aktuell eine große Chance auch für die Bahnstrecke Passau-Waldkirchen-Freyung. Ent­scheidend wird sein, dass der Bayerische Landtag im nächsten Doppelhaushalt 2015/16 Mittel für Probebetriebe bereitstellt. Denn der reguläre Betrieb – selbst bei der Referenz­strecke Gotteszell-Viechtach – wird wohl erst 2016 aufgenommen werden. Für die Ilztalbahn rückt die Wiederaufnahme des regulären Betriebs im Jahr 2017 – exakt 125 Jahre nach Eröffnung der Gesamtstrecke Passau-Freyung – in greifbare Nähe. Vorausset­zung hierfür ist allerdings ein klares politisches Signal aus der Region, insbesondere vom Landkreis Freyung-Grafenau, aber genauso auch seitens des Landkreises Passau und der Stadt Passau als betroffene Gebietskörperschaften.

da Hog’n

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