Freyung-Grafenau/Passau. Die jüngste Berichterstattung der Passauer Neuen Presse über die Ilztalbahn kommt bei Prof. Dr. Thomas Schempf, geschäftsführender GmbH-Gesellschafter der ITB, gar nicht gut an. „Ilztalbahn-Passagiere fahren Taxi statt Zug“ titelte die Lokalzeitung in ihrer Ausgabe am gestrigen Mittwoch in gewohnt boulevardesker Manier. Untertitel: „Arbeitszeitvorschriften für Zugleiter in Nürnberg sorgen für Ärger zwischen Passau und Freyung.“- „Dieser Bericht enthält einige Aussagen, die der sofortigen Richtigstellung bedürfen“, ist auf der ITB-Homepage zu lesen. Schempf selbst ist es ein großes Anliegen „insbesondere die schlicht falschen Aussagen“ zurechtzurücken, wie er dem Onlinemagazin „da Hog’n“ mitteilt.
„99 Prozent der Fahrgäste bekommen den Ausfall der Züge in Tagesrandlage und deren Ersatz durch Busse bzw. Taxis gar nicht mit“, wiegelt Prof. Dr. Thomas Schempf die erhobenen Vorwürfe ab. Foto: Michael Bader
1. Es geht nicht um einen einzigen Zugleiter, sondern darum, dass wir aus dem Kreis der ehrenamtlich tätigen Zugleiter nur wenige haben, die am gleichen Ort zu Hause sind oder arbeiten, so dass eine physische Übergabe des Zugleitermeldebuches sowie des Fernsprechbuches nicht möglich ist. Unsere Ehrenamtler sitzen nicht nur in Nürnberg, sondern beispielsweise auch in Waldkirchen, Bonn oder Dresden. Nochmals die Klarstellung: wir haben nicht nur einen Zugleiter, sondern bislang sieben Personen, die jedoch regional verteilt sind.
Prof. Dr. Thomas Schempf von der ITB. Foto: H. Schoyerer
2. Ein wichtiger, derzeit mit der Eisenbahn-Aufsicht diskutierter Punkt ist die Frage, ob es in der heutigen Zeit wirklich einer physischen Übergabe von Unterlagen bedarf oder ob nicht eine elektronische Übergabe der Unterlagen verbunden mit einem ergänzenden Telefonat den gleichen Standard an Sicherheit bedeutet. Diese Frage prüft die Eisenbahn-Aufsicht derzeit. Sollte diese Prüfung in unserem Sinne ausgehen, entfallen alle derzeitigen Probleme. In anderen Bundesländern wird die elektronische Übergabe von Zugmeldeunterlagen bereits seit Jahren praktiziert.
3. Es wird nur samstags die letzte Fahrt ab Freyung und sonntags die erste Fahrt ab Passau im Schienenersatzverkehr gefahren, nicht aber jeweils ein Zugpaar. Es entfallen also nicht die erste und die letzte Fahrt.
4. Dass der Schienenersatzverkehr nach Meinung von Herrn Winfried Stadler dem Ansehen der Stadt Freyung schadet, ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Beeinträchtigt werden am Samstag die abends nach Passau zurück fahrenden Fahrgäste und am Sonntag Morgen die von Passau in den Wald fahrenden Fahrgäste. Freyunger Touristen sind somit nicht betroffen. Diese Aussage ist schlicht falsch. Im Vergleich zum Jahr 2013, als drei Zugpaare nach Freyung durchfuhren, verkehren jetzt – trotz SEV – 5,5 Zugpaare pro Fahrtag.
5. Am Samstag Abend wurde der SEV mit einer Verlängerung der verkehrenden Busse bewältigt, am Sonntag Morgen haben wir bislang angesichts der im Frühzug noch sehr geringen Nachfrage mit Großraumtaxis gearbeitet. Von den – auch aus unserer Sicht – bedauerlichen SEV-Fahrten sind ca. ein Prozent der täglichen Fahrgäste betroffen – mit anderen Worten: 99 Prozent der Fahrgäste bekommen den Ausfall der Züge in Tagesrandlage und deren Ersatz durch Busse bzw. Taxis gar nicht mit.
„… dann wird die große populistische Keule geschwungen“
Abschließend kommentiert Prof. Dr. Schempf: „Über die äußerst einseitige Form des Artikels – insbesondere hervorgerufen durch den in der Printausgabe enthaltenen Originalton aus der Stadt Freyung – möchte ich mich gar nicht weiter auslassen. Es hat uns aus Freyung ‚offiziell‘ noch niemand darauf angesprochen, dass eine Erhöhung der durchgehenden Züge von drei auf sechs positiv wirkt. Das scheint als selbstverständliche Forderung an das ehrenamtliche Engagement zu gelten – wenn dann Einschnitte mit Auswirkungen auf sehr wenige Kunden vorgenommen werden müssen, wird die große populistische Keule geschwungen.“
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