„Voices of Transition“ von Nils Aguilar: Jeder kann die Welt verändern!

Worum geht es in Deinem Film?

„Voices of Transition“ ist ein Mut machender, inspirierender Dokumentarfilm, der Menschen dazu bewegen soll aktiv zu werden und sich zu überlegen, wie sie sich selbst einen Wandel für eine sozial und ökologisch gerechtere Gesellschaft vorstellen. Der Film wurde in Kuba, Frankreich und England gedreht und zeigt dem Zuschauer anhand zahlreicher Beispiele, wie sich Menschen organisieren, um dem Klimawandel, der Ressourcenverknappung und den drohenden Hungersnöten mit radikal neuen Wegen zu begegnen. Es kommen Agrarwissenschaftler, Landwirte, aber auch einfache Bürgerinnen und Bürger zu Wort, die sich alle das Ziel gesetzt haben, mit ihren kreativen Ideen und in gemeinschaftlicher Arbeit einen positiven Wandel herbeizuführen.

Gemüse anbauen, Bäume pflanzen, Lebensmittel beim Bauern kaufen

Es geht im Grunde genommen um das Aufzeigen einfach nachzuahmender Beispiele, wie man etwa in seinem eigenen Garten Gemüse anbaut, seinem Nachbarn im Garten hilft Bäume zu pflanzen, oder etwa die Lebensmittel wieder direkt beim lokalen Bauern zu kaufen.

Ein großer Teil des Films zeigt die in England gegründete Transition-Town-Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass Menschen sich in ihren Nachbarschaften wieder öfter treffen und gemeinschaftlich Wege diskutieren, um ein lokaleres und nachhaltiges Nahrungsmittelsystem zu gründen, das weder die Natur und die Menschen in weit entfernten Regionen ausbeutet, noch sinnlos Unmengen an Energie verschleudert, weil unser Obst und Gemüse über die halbe Welt transportiert wird.

Unser Nahrungsmittelproduktionssystem zu lokalisieren ist dabei nur die erste Etappe des Wandels: Auch die anderen Domänen unseres Zusammenlebens müssen radikal umgestaltet werden, damit Kreisläufe intelligent und effizient ineinander greifen können. Die Schlüsselbegriffe für diese Transformation heißen Dezentralisierung, Diversität, Kooperation und freie Wissensverbreitung. Zentral ist, dass durch neue Lebenspraktiken auch ein Wertewandel angestoßen wird: Hin zu einer Gesellschaft, in der gemeinschaftliches Tauschen, Teilen und Unterstützen sich im Alltag verankern und die Lebensqualität aller verbessern.

La Havana versorgt sich bis zu 70 Prozent selbst mit Obst und Gemüse

Wie so ein Wertewandel aussehen kann, zeigt „Voices of Transition“ anhand des Beispiels Kuba. Denn die Stadt La Havanna lebt uns vor wie sich auch die städtische Bevölkerung größtenteils selbst ernähren kann: Die Bewohner La Havannas versorgen sich bis zu 70 Prozent selbst mit Obst und Gemüse – über gemeinschaftliche Gemüse- und Obstkooperativen. Durch kurze Transportwege bleibt das Obst und Gemüse frisch, es ist günstiger, weil es direkt von den Kooperativen gekauft wird und die Umwelt wird durch den biologischen Anbau und die kurze Wege geschont.

Durch gemeinschaftliche Gemüse- und Obstkooperativen, wie es sie auf Kuba gibt, sind die Produkte frischer und günstiger. Ein Wertewandel von dem wir lernen können, sagt Dokumentarfilmer Nils Aguilar. Foto: Nils Aguilar.

Wieso fällt es den Menschen so schwer, das eigene Verhalten zu ändern und sich mehr für sich, andere und die Umwelt einzusetzen?

Ich glaube grundsätzlich – und das tut beispielsweise die Transition-Town-Bewegung -, dass man die Menschen dort abholen muss, wo sie stehen. Wenn man versucht Alkoholiker zu verstehen, entwickelt man auch ein besseres Verständnis dafür, weshalb es so mühsam ist vom Wort zur Tat zu schreiten, wenn man sich von komfortablen, durch Erdöl, Ideologie und alte Leitbilder gestützten Handlungsmustern loseisen will. So fällt es uns dann auch leichter, die Menschen dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden, um sie tolerant und mit mehr Einfühlungsvermögen ins Boot zu holen.

Als Einzelner kann ich nichts ändern – konkrete Projekte sind wichtig

Häufig fühlt sich der moderne Mensch auch einfach überfordert von all den Schreckensnachrichten in den Medien und fühlt sich als kleiner, einzelner Bürger total ohnmächtig und gewinnt nicht selten die Überzeugung, der Einzelne könne sowieso nichts ändern. Deshalb erachte ich es als sehr wichtig, gemeinschaftlich vor Ort Projekte zu realisieren, bei denen jeder Beteiligte spürt, dass durch sein Handeln etwas passiert. Sowas inspiriert uns Menschen – und wenn man sich auch nur einmal wöchentlich trifft, um zusammen in einem Gemeinschaftsgarten zu arbeiten!

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Ein Kommentar bei "„Voices of Transition“ von Nils Aguilar: Jeder kann die Welt verändern!"

  1. […] Einführung in die Begriffe und Ideen der Permakultur und von Transition Town durch Frank haben wir Nils Aguilars Film gezeigt und mit den verbleibenden Gästen noch etwas über praktisches Starten hier und jetzt […]

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