Steinwelten in Hauzenberg – dort, wo der Granit dahoam is…

K1600_Luftaufnahme Granitzentrum Hauzenberg mit Öffungzeiten

Leichtigkeit und Transparenz – trotz der Schwere des Materials

Die Besucher des Hauzenberger Granitmuseums werden bereits am Parkplatz von alten Steinhauern auf einem Rest der „Königsäulen“ empfangen, die einst für die Befreiungshalle in Kelheim bestimmt war. Dabei deutlich zu erkennen sind der Stolz und die Leidenschaft dieser hart arbeitenden Menschen auf ihr Schaffen, ihr Können und ihr fachliches Knowhow. Auf dem Weg zu den STEINWELTEN baut sich mittels einer Stahlbeplankung, die nur vereinzelte Einblicke in den unmittelbar ans Museum angrenzenden alten Steinbruch bietet, ein erster Spannungsbogen auf. Und dann ist es soweit: Die Besucher befinden sich vor dem riesigen Schriftzug „GRANIT“, der als beliebte Kulisse für Erinnerungsfotos dient.

K1600_Granit_Granitzentrum Hauzenberg

Blickfang: Der imposante Schriftzug am Eingang zum Granitzentrum Hauzenberg. Fotos: Granitzenturm Hauzenberg/da Hog’n

Beim Öffnen der schweren Stahltüre bleibt ein erstes Staunen über die erstklassige Architektur des Gebäudes nicht aus. Granit, soweit das Auge reicht: in der Felswand, am Boden, an Decken und Wänden. Stein, Stahl und Holz sind die dominierenden Bauelemente. Doch: Trotz der Schwere des Steinmaterials empfindet das Auge des Betrachers Leichtigkeit und Transparenz. Eine filmische Präsentation im „Granitkino“ führt die Besucher in die Thematik des Edelsteins Granit ein. Atemberaubend ist die Fahrt ins Erdinnere, wo hunderte von gesteinsbildenden Kristallen zu bestaunen sind. Der nächste Informationspunkt gibt Auskunft über die Verwendung des Steines. Von der Epoche der Romanik über die Gotik bis zur Gegenwart zeigt die Sonderausstellung „STEINREICH“ die über fast tausend Jahre währende Steinmetzkunst anhand von Schautafeln, Originalteilen und Rekonstruktionen, die in den Werkhütten des Schausteinbruchs angefertigt wurden bzw. werden.

Von Staublungen, Granitbaronen und sprechenden Felswänden

Sozial- und Wirtschaftsgeschichte hautnah – vom längsten Streik der Steinhauer über die sogenannte Staublunge, die Arbeit der Frauen und die „Granitbarone“ – können die Museumsbesucher in der Steinwelten-Dauerausstellung erleben. Im Außenbereich mit Felswand und Steinbruchweiher befinden sich eine Schmiede, Steinhauer-Hütten sowie die Kantine, in der die Gäste ihre mitgebrachte Brotzeit in authentischer Atmosphäre genießen können. Aus der Steinbruchwand erzählen alte Steinhauer via Lautsprecher ihre Geschichten vom Granitstein, der so vielen Familien den Lebensunterhalt im Bayerischen Wald sicherte.

Innovation und Können aus der Jetzt-Zeit wird anhand einer schwimmenden Kugel, die sich trotz ihres Gewichts von sieben Tonnen auf einem nur 0,2 Millimeter dünnen Wasserfilm bewegt, sichtbar. Diese Ingenieurskunst verdeutlicht, dass Granit aus Bayern auch in Zukunft Arbeit und Brot für die Steinarbeiter bedeutet.

–> Weitere Infos zum Granitzentrum „Steinwelten“ in Hauzenberg (einfach klicken)

da Hog’n

Print Friendly
Da Hog'n geht um!
Ja, uns gibt's kostenlos. Und ja, wir sagen: Gern geschehen. Das Online-Magazin "da Hog'n" ist ein Angebot im Netzwerk der freien Presse. Wer den "Hog'n" und dessen Berichterstattung mit ein paar Cent oder gerne auch mehr unterstützen möchte, kann dies gerne tun: Ganz einfach per Paypal!

Dein Kommentar

Kommentar eintragen