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Weiße Weihnacht im Woid – Normalfall oder Wintermärchen?

Wenn beim gelegentlichen Smalltalk die Weihnachtszeit zum Thema wird, fallen uns innerhalb weniger Augenblicke wohl tausende Assoziationen ein, die wir mit der oft zitierten „staaden Zeit“ in Verbindung bringen: Geschenke kaufen, Glühweinduft, Plätzchen backen, die Zusammenkunft der gesamten Verwandtschaft usw. Das weihnachtliche Ambiente ist aber erst dann vollkommen, wenn beim Blick aus dem Fenster die kalte Jahreszeit so richtig zur Geltung kommt. Bei reichlich Schnee schmecken nicht nur die kulinarischen Spezialitäten besser, man fühlt sich generell viel wohler in der warmen Stube, wenn man weiß, dass es draußen zapfig-kalt ist und man vor lauter Schneegestöber sowieso nicht vor die Tür kommt…

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Doch wie sehen die typischen Schneeverhältnisse im Hog’n-Land zu Weihnachten eigentlich aus? Was dürfen wir an den Tagen rund ums Fest erwarten, ohne übertriebene Forderungen zu stellen? Ist die weiße Weihnacht der Normalfall – oder ein Wintermärchen? Um diese Fragen beantworten zu können, muss man zunächst einmal definieren, wo eigentlich die Grenze zwischen „grün“ und „weiß“ in diesem Fall liegt. Legt man diese Definition ganz streng aus, so ist eine weiße Weihnacht mit einem Zentimeter Schneehöhe genau so weiß wie eine mit 200 Zentimetern. Auch wenn man diese beiden Werte ganz unterschiedlich empfinden mag, so sagen sie zunächst einmal dasselbe aus – nämlich: es liegt Schnee!

In höheren Lagen sind „weiße Weihnacht“ üblich …

Und dies ist bei uns in der Region gar nicht mal so selten der Fall, wie der Blick in die vergangenen Jahrzehnte zeigt: Hog’n-Wetterfrosch Martin Zoidl hat sich die Mühe gemacht, die Schneehöhen der Messtationen im Landkreis Freyung-Grafenau zusammen zu tragen und die Daten ausgewertet. Schnell lässt sich daraus ablesen, dass vor allem in den höher gelegenen Dörfern im Woid der Winter zur Weihnachtszeit dazugehört wie das berühmte Amen in der Kirche. Es gab bis in die heutige Zeit kaum ein Jahr, an dem das Christkindl bei der Auslieferung der Geschenke keine Schneeschuhe dabei haben musste:

Ein besonders schneereiches Weihnachtsfest gab es hierzulande übrigens 1981, wo beispielweise in Philippsreut am zweiten Weihnachtsfeiertag ansehliche 1,69 Meter gemessen wurden. Aber auch in anderen Jahren gab es teilweise extreme Ausreißer nach oben.

… auch weiter unten schaut’s gut aus …

Der Grund für die damaligen Summen liegt vor allem daran, dass es in den noch kälteren Wintern keine Tauwetterphasen gab, welche die Schneedecke zwischenzeitlich wieder zurückschmelzen ließen. In Zeiten der Erwärmung kommen derart hohe Schneedecken weniger oft vor. Dennoch ist die Anzahl der weißen Weihnachte in den Hochlagen an sich konstant geblieben. Der „Tipping Point“, an dem das Tauwetter überwiegt, ist hier also noch nicht erreicht.

Aber auch ein paar Höhenstufen weiter talwärts sieht es so aus, als ob hier die weiße Weihnacht zur Normalität gehört:

(Anmerkung: In Waldkirchen-Richardsreut findet die vollautomatische Messung erst seit dem Jahr 2012 statt.)

Einen Trend, wie sich die Schneeverhältnisse in den nächsten Jahren entwickeln werden, kann man aus der Vergangenheit zwar noch nicht ableiten. Dennoch können wir wohl davon ausgehen, dass vor allem dort, wo in den vergangenen Jahren an Heiligabend noch „einigermaßen viel“ Schnee lag, zumindest auch in näherer Zukunft noch keine „grüne Weihnacht“ als Standard befürchtet werden muss.

… in Pocking ist Schnee am 24.12. nahezu augeschlossen

Und für all die, die unter dem diesjährigen Schnee-Mangel leiden, gibt es hier einen kleinen Trost: Im Nachbarlandkreis, weit draußen bei den Flachlandtirolern in der Region Pocking, war und ist die „grüne Weihnacht“ tatsächlich schon immer Normalität:

In diesem Sinne: Allen Lesern eine fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit!

Euer Martin Zoidl

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