Rassismus an der Disco-Tür? „Schwarze kommen heut‘ nicht rein!“

Freyung. Julia, Lena und Patrick sind immer noch fassungslos. Fassunglos darüber, was ihnen und ihren Begleitern, sechs jungen Asylbewerbern aus Eritrea, am vergangenen Wochenende widerfahren ist. Was war passiert? Nach einem kurzweiligen Besuch beim Freyunger Volksfest wollte die Gruppe den Abend – wie viele andere auch – in einer Discothek am Stadtrand ausklingen lassen. Doch dazu kam es nicht, das Vorhaben scheiterte an der Eingangstür, als einer der hauseigenen Security-Mitarbeiter den jungen Leuten mit bestimmten Ton entgegnete: „Schwarze kommen heute nicht rein!“

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„Der Name Freyheit ist nicht wirklich Programm bei den Betreibern“: (v.l.) Lena Schandra (24), Julia Schandra (23) und Patrick Frauenauer (23) sind wenig begeistert von der Einlass-Politik des Clubs am Stadtrand von Freyung.

„Die haben richtig selektiert an der Tür“

Club Freyheit„, in der Nacht auf Samstag, gegen 1 Uhr morgens: Julia Schandra, Patrick Frauenauer, Lena Schandra und ihre Begleiter aus der Freyunger Asylunterkunft in der Grafenauer Straße („Schuhhaus Bauer“) stehen gemeinsam mit zirka 50 weiteren Menschen vor der Discothek und warten auf Einlass. Genauer gesagt stehen sie nicht direkt vor dem Eingang, sondern etwas abseits. In einer dunklen Ecke, von wo aus sie die Szenerie gut beobachten können. Der Grund: Die Eritreer fühlen sich nicht sonderlich wohl, zögern, sich in die wartende Menge zu stürzen, die teils gröhlend und vom Alkohol gezeichnet vor der Disco-Tür auf sich aufmerksam macht. Zu negativ, zu verachtend waren die Blicke, die ihnen im Bierzelt auf der Freyunger Au entgegengeschlagen sind. „Man hat genau gemerkt, dass viele Volksfestbesucher die Asylbewerber nicht gerade willkommen heißen“, erinnert sich Julia an die Stunden zuvor. Von vielen Seiten habe die Gruppe „komische Blicke“ geerntet. Spannung sei in der Luft gelegen – insbesondere dann, wenn die drei Waidler mit ihren Freunden aus der Asylunterkunft an bestimmten Tischen vorbeigekommen sind, an denen alkoholisierte Leute saßen. Und nun stehen Kibram und seine Kameraden „fast wie angewurzelt“ da, „wie vor einer imaginären Linie, die sie nicht überschreiten können“, beschreibt Lena die Szenerie. Sie haben Angst, spüren die Blicke der anderen.

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„Die haben richtig selektiert an der Tür. Den Eritreern war die Situation total unangenehm, die haben gezittert am ganzen Körper.“

Die 24-jährige Studentin aus Kumreut möchte „die Lage checken“, möchte prüfen, wie die Stimmung am Eingang und in der Discothek ist. Sie geht zur Kasse, die sich direkt hinter der Eingangstür befindet, fragt das Personal, ob ihre Begleiter aus der Aslybewerberunterkunft mit rein dürfen. Die Antwort der Dame fällt knapp aus – mit einem unguten Gefühl in der Stimme antwortet sie: „Heute eher nicht.“

Lena wendet sich an den Security-Mitarbeiter, einer von vieren in dieser Nacht, der gleich neben der Kasse und den Garderoben postiert ist. Dessen bestimmte Antwort: „Schwarze dürfen heute nicht rein!“ Auch Patrick und Julia haben sich mittlerweile dazugesellt, die Warterei im Abseits ist ihnen zu langwierig geworden. Im Schlepptau: die eritreischen Freunde. Sie möchten jetzt gerne in die Disco, feiern, tanzen, eine gute Zeit miteinander verbringen. Erneut heißt es von Seiten des Sicherheitspersonals mit Blick auf die Flüchtlinge: „Die kommen heute nicht rein!“Und an Julia gerichtet: „Wir haben ab sofort geschlossene Gesellschaft.“ Dabei sind der 23-jährigen Atzesbergerin zufolge noch ständig Leute durchgewunken und ins Innere des Clubs gelassen worden. „Die haben richtig selektiert an der Tür. Den Eritreern war die Situation total unangenehm, die haben gezittert am ganzen Körper.“

„Wusste nicht, dass Rassismus Bestandteil des Hausrechts ist“

Die Verwirrung ist groß bei der Gruppe. Unverständnis macht sich breit. Lena möchte den Chef sprechen, der nach wenigen Minuten zum Eingang kommt. Leicht nervös sei dieser gewesen, erinnert sich die Kumreuterin. „Auch er hat nochmals zu mir gesagt: Schwarze dürfen heute nicht rein.“ Lena reagiert eigenen Angaben zufolge ungehalten, kann nicht nachvollziehen, warum sie und ihre Begleiter nicht in die Discothek dürfen. Warum den Asylbewerbern heute, am Volksfest-Freitag, der Zugang verwehrt bleibt – und sie ansonsten, zur volksfestfreien Zeit, in der „Freyheit“ willkommen, offenbar gern gesehen Gäste sind. „Hausverbot“ schlägt Lena seitens eines Security-Mitarbeiters irgendwann nur noch entgegen. Fassungslosigkeit macht sich breit.

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„Die Maßnahme ist auch zum Schutz der Asylbewerber.“

1.36 Uhr: Patrick ruft die Polizei. Die Nummer 110. „Ich habe dem Beamten die Situation geschildert, habe ihm erklärt, dass wir nicht in die Disco rein dürfen. Nach drei Minuten habe der Mann am anderen Ende der Leitung plötzlich aufgelegt.“ Zweiter Anruf: „Okay, wir schicken einen Streifenwagen vorbei“, heißt es seitens der Freyunger Polizei. Zehn Minuten vergehen. Kein Streifenwagen in Sicht. Dritter Anruf. 15 Minuten später treffen zwei Beamte ein, deren Auto parkt direkt vor dem Gebäude. „Der Motor ist weitergelaufen, ausgestiegen sind sie nicht“, sagt Patrick. Die erste bestimmte Ansage der Polizeibeamten: „Ruhig bleiben!“ Dann: „Der Chef der Freyheit hat das Hausrecht!“ Und im netteren Ton nochmals, nachdem sich einer der Polizisten mit dem Club-Verantwortlichen unterhalten hat: „Die Maßnahme ist auch zum Schutz der Asylbewerber.“ Patricks Reaktion: „Ich wusste nicht, dass Rassismus Bestandteil des Hausrechts ist…“

Die Polizei zieht wieder ab. Die Lust am (verwehrten) Disco-Besuch ist dahin. Die Gruppe entscheidet sich, die Örtlichkeit zu verlassen. „Die Eritreer haben sich dann noch einige Male bei uns entschuldigt für die Unannehmlichkeiten, dafür, dass wir Stress mit der Securtiy und der Polizei bekommen haben. Das war ihnen richtig peinlich“, erinnert sich Julia – und ergänzt: „Aber wir und die anderen sind es doch, die sich bei ihnen entschuldigen müssen. Einer der Eritreer, dessen Eltern, wie er uns erzählt hat, einst vor seinen Augen erschossen wurden, war den Tränen nahe.“

Kröber: „Es ist zum eigenen Schutz der Asylbewerber“

„Wie ich’s auch schon der jungen Dame erklärt habe: Es geht darum, dass das Publikum an diesem Abend sehr betrunken war – und es zum eigenen Schutz der Asylbewerber ist, wenn sie an diesem Tag nicht in die Freyheit gehen“, teilt Johannes Kröber auf Hog’n-Nachfrage mit. Er ist eigenen Angaben zufolge der designierte Geschäftsführer des Clubs, der aktuell seinem Vater, Martin Kröber aus Karlsbach, gehört („Ich kauf ihm die die Freyheit aber zur neuen Saison ab“). Pikantes Detail: Martin Kröber ist der momentane Eigentümer des Gebäudes in der Grafenauer Straße, in dem die Flüchtlinge aus Eritrea derzeit wohnen. „Die Asylbewerber (…) sind in einer sog. dezentralen Unterkunft untergebracht. Sie wurde vom Staatlichen Landratsamt angemietet“, wie Judith Wunder, Sprecherin der Behörde, informiert.

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Im ehemaligen Schuhhaus Bauer in der Grafenauer Straße sind die überwiegend jüngeren Asylbewerber aus Eritrea untergebracht.

„Wir haben ihnen gesagt, dass sie an normalen Tagen wieder kommen können – aber an dem Tag ist’s eben nicht so gut“, fährt Johannes Kröber fort. „Ich habe nichts gegen diese Leute – schon allein deshalb nicht, weil wir selbst ein Asylantenheim haben. Es ist normalerweise kein Thema, dass sie reindürfen – aber zur Volksfestzeit ist’s halt ein Problem. Nach dem Volksfest, wenn die ganzen Leute da sind… naja, ist halt immer ein sehr heikles Thema“, ringt der Quasi-Geschäftsführer nach den richtigen Worten, um zu erklären, dass es sich aus seiner Sicht um eine deeskalierende Maßnahme gehandelt habe, „damit’s keine Riesengaudi gibt“.

Die Anweisung, dass an besucherstarken Volksfesttagen keine Asylbewerber in die Disco gelassen werden sollen, habe Kröber in Abstimmung mit seinem Vater getroffen. „Auch er hat gesagt: Es ist vielleicht besser, wenn die Asylbewerber heute draußen bleiben – zu ihrem eigenen Schutz.“ An Lena und ihre Freunde kann sich Kröber noch genaue erinnern, wie er sagt: „Die junge Dame war a bisserl aufbrausend. Sie konnte einfach nicht verstehen, wieso wir heute die Asylbewerber nicht reinlassen können. Ich habe ihr fünf Minuten erklärt, wieso und weshalb das heute nicht funktioniert. Sie hat es nicht einsehen wollen – dann hat sie die Polizei gerufen. Ich hab’s dann der Polizistin erklärt, warum sie heute nicht reindürfen – die hatte die Gründe verstanden.“

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Im Volksmund „Neger-Disco“ genannt, hat sich der Club „Freyheit“, am Rande der Kreisstadt gelgen, zum Anlaufpunkt für viele Asylbewerber entwickelt.

Der Club „Freyheit“, der von Teilen der heimischen Bevölkerung aufgrund der zahlreichen Besucher mit „Asylhintergrund“ in der volkfestfreien Zeit den Titel „Neger-Disco“ verpasst bekommen hat, wird Kröber zufolge nach Volksfestende wieder bis Oktober geschlossen sein. „Aktuell haben wir eine Sonderöffnung wegen des Freyunger Volksfests, da hier immer sehr viele Leute, nachdem auf der Au Schluss ist, noch zu uns kommen.“ Geöffnet hatte der Club demnach am Freitag und Samstag, genauso wie am Tag der Behörden und Betriebe (Montag). Am letzten Volksfesttag, am Mittwoch, soll die „Freyheit“ auch nochmal aufgesperrt werden.

Polizei: „In diesem konkreten Fall sehe ich kein rechtliches Problem“

Danach gefragt, wie denn das Landratsamt Freyung-Grafenau die Vorkommnisse in bzw. vor der Discothek „Freyheit“ einschätzt, teilt Oberregierungsrätin Judith Wunder mit: „Sofern die Asylbewerber zu einem Lokal keinen Eintritt erhalten haben sollten, ist dies eine Sache des Lokalbetreibers, die sein Hausrecht und dessen Ausübung betrifft. Dies zu bewerten, fällt nicht in die Zuständigkeit der Sozialverwaltung. Diese ist nur für die Erbringung der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuständig.“

Auf Hog’n-Nachfrage teilt Hauptkommissarin Andrea Schreiner von der Polizeiinspektion Freyung, die in der besagten Nacht vor Ort war, mit: „Die Argumentation seitens der Disco-Betreiber, dass die Asylbewerber an jenem Abend aus Schutzgründen nicht in die Discothek gelassen wurden, hat sich für mich relativ vernünftig angehört.“ Gerade wenn viel Alkohol mit im Spiel sei, komme es häufig zu Auseinandersetzungen. Als ausländerfeindlich oder rassistisch motiviert habe sie das Aussperren der Gruppe nicht empfunden, „weshalb ich in diesem konkreten Fall auch kein rechtliches Problem sehe“. Der Betreiber habe von seinem Hausrecht gebraucht gemacht, an das es sich zu halten gilt. Allgemein betrachtet sei es freilch nicht tolerierbar, wenn Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe ausgeschlossen würden.

„Meist ist es Unwissenheit gepaart mit Dummheit und Ignoranz“

Das Thema Alltagsrassismus scheint gerade in der Region Freyung-Grafenau, Bayerischer Wald, weit verbreitet zu sein, wie Lena, Julia und Patrick nach ihrem Aha-Erlebnis vom vergangenen Wochenende beteuern. „Es gibt hier sehr viele Vorurteile gegenüber Menschen, die anders aussehen, eine andere Hautfarbe haben, anders sprechen – das ist sehr schade“, kommentiert Lena Schandra. „Meist ist es Unwissenheit gepaart mit Dummheit und Ignoranz“, ergänzt Patrick. „Viele haben einfach keine Ahnung, wie es den Asylbewerbern geht, warum sie hier sind, welche Schicksale sich dahinter verbergen.“ Gerade jüngere Landkreis-Bewohner würden Julias Meinung nach vieles unreflektiert nachplappern, was sie bei Facebook oder sonstwo aufgeschnappt haben. Regelrecht erschüttert sei man ob der Politik an der Eingangstüre von besagter Discothek. „Wenn kein Volksfest ist, sind den Betreibern die Asylbewerber als Gäste recht – wenn Volksfest ist, nicht mehr – das hat was von Doppelmoral.“ Ethnische, religiöse oder sonstige Kriterien dürfen ihrer Meinung nach keine Rolle spielen, wenn es darum geht, wer sich wo zu welchem Zeitpunkt aufhalten darf. Das Argument mit dem „Hausrecht“ lassen sie nicht gelten – und verweisen auf ein von ihnen im Internet recherchierten Fall mit dem Titel: „Rassismus im Nachtleben: Wegen der Hautfarbe abgelehnt zu werden, ist Alltag„. Es sei schlimm genug, dass man sich hier über solche Dinge überhaupt Gedanken machen müsse…

Stephan Hörhammer

Herbert Graf: „Wollen Asylbewerber in keiner Weise bevormunden“

Der Geschäftsführer der Stadt Freyung, Herbert Graf, der federführend für die seit November 2014 bestehende Asylunterkunft am Freyunger Geyersberg verantwortlich zeichnet, hat zwar mit dem Vorfall in der „Freyheit“ unmittelbar nichts zu tun. Da Hog’n hat sich dennoch bei ihm nach dem momentanen Stimmungsbild unter den Flüchtlingen in der dezentralen Unterbringung erkundigt.

Herr Graf: Gab es von Ihrer Seite eine Art Anweisung an die Asylbewerber, dass sie das Volksfest meiden sollten, um Konflikte zu vermeiden?

Nein, es gab keine Anweisungen von unserer Seite. Das ist nicht unsere Intention. Die Asylbewerber am Geyersberg sollen sich frei bewegen – wir wollen sie in keiner Weise bevormunden.

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„Wir werden auf keinen Fall die Asylbewerber vom Geyersberg darauf hinweisen, dass sie nicht zum Volkfest gehen dürfen.“ Foto: Hog’n-Archiv

Machen Sie sich Sorgen, dass es zu Auseinandersetzungen – gleich welcher Art – während der Volksfestzeit kommen könnte?

Man macht sich allgemein Sorgen aufgrund des Volksfests – aber nicht konzentriert wegen der Asylbewerber. Und Angst haben wir in keiner Weise. Nochmals: Wir werden auf keinen Fall die Asylbewerber vom Geyersberg darauf hinweisen, dass sie nicht zum Volkfest gehen dürfen.

Wie steht es denn um die Ausgangszeiten der Bewohner der Einrichtung?

Wir haben eine klare Hausordnung, die besagt, dass die Bewohner – ähnlich wie in einer Kureinrichtung – um 22 Uhr im Haus sein müssen. Es gibt gewisse Hausregeln, die es einzuhalten gilt. Wenn jemand länger außer Haus bleiben möchte, muss er sich bei uns abmelden – und auch wieder zurückmelden.

Wie sind Ihre Erfahrungswerte: Gehen die Asylbewerber denn aufs Volksfest? Wissen sie, dass es derzeit stattfindet?

Ja, die wissen das – von den deutschkundigen Bewohnern. Und warum sollen sie auch nicht aufs Freyunger Volkfest gehen? Die gehören genauso dazu, wie zum Beispiel Urlauber oder sonstige Besucher. Sie benehmen sich anständig. Dass natürlich mal ein Prozent dabei ist, genauso wie bei anderen Personengruppen, das nicht ganz so brav ist, ist klar. Aber beim Volkfest habe ich davon noch gar nichts gespürt.

Interview: Stephan Hörhammer

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10 Kommentare bei "Rassismus an der Disco-Tür? „Schwarze kommen heut‘ nicht rein!“"

  1. maria sagt:

    was mich neben dem rassismus der ganzen situation von allen seiten am traurigsten macht: dass sich menschen dazu gezwungen sehen, sich dafür zu entschuldigen, dass sie existieren. so etwas darf einfach nicht sein. wir müssen als weiße gesellschaft, die solche bedingungen schafft, wirklich mal hart mit uns ins gericht gehen und endlich was ändern!

  2. Josepha sagt:

    Das Schlimmste daran ist ja, dass ich die Argumentation der Türsteher nachvollziehen kann – allerdings sollte der Ansatz ganz woanders sein – warum lässt man denn irgendwelche betrunkenen Halbstarken in den club „die so oam afs mei haun wenn er mei mädl namoi oschaud“ etc.. Ganz ehrlich, wenn Freyung sich zu so ner Asylpolitik entschließt, dann sollte man aber auch gegen das Waidler- Rechtsproblem vorgehen, dass sich quer durch alle Schichten zieht, alles andere ist Menschenverachtlich! Auch schlimm, wie hier jeder auf dem „Zu-deren-eigenen-Schutz-Niveau“ argumentiert, anstatt dem wahren Problem in die Augen zu Blicken, dass Freyungs breite Bevölkerung lange noch nicht so weit ist, den Flüchtlingen eine wahre Chance der Integration zu bieten. Ich vermute Lena und die anderen beiden sind eins von vereinzelten Ausnahmebeispielen, die lange noch nicht die Regel sind (aber sein sollten..). Find ich traurig, denn wer muss den hier vom wem geschützt werden? Und wer wird toleriert? Waaahnsinn da kann Freyung noch so viel Arbeit in das Stadtbild stecken, solang sich das rechte Gedankengut aufm Land nicht ändert, wird der Landkreis kein bisschen lebenswerter. Aber Respekt, dass zumindest einmal ueber solche Vorfälle berichtet wird und dass die Drei mit gutem Beispiel – wie Inetgration eigentlich laufen sollte – einen ersten Schritt in die richtige Richtung machen!

  3. Julian sagt:

    Und wenn es auch sein Hausrecht ist und ich die Begründung von seiner Seite verstehen kann – es hätte mit sicherheit eine zufriedenstellendere Lösung gegeben.

    Dadurch dass die Geschichte jetzt Publik geworden ist, tut er dem Ruf seiner „Gaststätte“ auch keinen gefallen.

    Eine Befriedigendere Lösung wie z.B. übers Volksfestwochenende mehr Sicherheitspersonal, agressiven und zu betrunkenen Gästen den Einlass selektiv zu verweigern oder adnere Optionen hätten hier sicher auf beiden Seiten weniger Schaden angerichtet. Es ja immerhin nicht das Ziel die Asylbewerber zu entmutigen, einzuschüchtern oder auszustoßen, sondern sie zu integrieren.

    Die Freyheit war für mich vorher schon kein reizvolles Ziel zum weggehen – ich war glaub ich 2 mal dort – jetzt mag ich mich da gleich gar nicht mehr sehen lassen.

    udn wie die Gäste die Bude als Negerdisco abstempeln weil da jetzt eine handvoll schwarze auftauchen zeigt ja sehr schön was die saufbude sonst so für Minderbemittelte Gäste beherbergt.

  4. Dorothea sagt:

    Danke Lena, Julia und Patrick!

    Euer Mut in der Öffentlichkeit eure Stimme zu erheben gegen Rassismus und Intoleranz ist bewundernswert! Solche jungen Menschen braucht unser Landkreis.
    Es sagt alles über einige der Gäste in der Freyheit, wenn es nötig ist, die Menschen außerhalb vor ihnen schützen zu müssen.
    Das Amtsgericht München hat am 17.12.2014 eine Discothek zur Zahlung von €500 Schmerzensgeld verpflichtet, aus eben diesen Gründen.Bei erneuter Zuwiderhandlung drohte sogar ein Ordnungsgeld bis zu € 250.000.
    Davor wurde die „Freyheit“ bewahrt, weil Kibrom, Andit und die anderen nicht auf Streit aus sind.
    Sie sind aus einer der menschenverachtensten Diktatur mit ihrem ganzen Mut, den sie dazu aufbringen mussten, entkommen, um in einer europäischen Demokratie eine Chance auf ein menschenwürdiges sicheres Leben zu bekommen.
    Nun sind sie zufällig in Freyung gelandet. Sie sind sehr christlich, überaus freundlich, zurückhaltend und auch sehr lustig, trotzallem was sie miterlebt haben. Wenn man sich traut auf Kibrom, Andit, Abraham und alle anderen zuzugehen, sie kennenlernt, kann man nicht anders, als sie wertzuschätzen.

    Leute…macht euer Herz auf …..es gibt tatsächlich Menschen auf dieser Welt denen es noch viel schlechter geht als uns hier in Freyung, auch wenn man es fast nicht glauben mag.

  5. Phillip sagt:

    Wiso ist freyung einfach nur so voller zurückgeblibenen rechtspopolisten nur weil die im leben nichts auf die reihe bekommen müssen die das einfach nur auf die schieben die eine andere sprache sprechen und anders ausehen und nur weil die da sind müssen die asylanten auch ausgrenzen das ist einfach nur traurig

  6. Toto sagt:

    Was kommt als nächstes?

    Wird Ihnen an besonders heißen Tagen der Eintritt ins Freibad versagt?
    Wird Ihnen an besonders frequentierten Zeiten der Eintritt in den Supermarkt verwehrt?
    Cineplex-Verbot bei der Premiere des neuesten Blockbusters?
    Stadtplatzverbot wenn die Touristen zur Ferienzeit anrücken?

    Sorry, aber was da passiert ist, ist schlichtweg Ausgrenzung und Verletzung der Menschenwürde.

  7. Das sind traumatisierte Flüchtige. Die sollen sich auf das Erlernen der deutschen Sprache konzentrieren. Woher haben die überhaupt Geld für Disco Besuche?
    Es gibt so viele Obdachlose hier denen es schlecht geht, wer kümmert sich darum dass die in eine Disco rein kommen?
    Richtig, die haben „andere Sorgen“. Genau das ist der Punkt.
    Es gibt Prioritäten, saufen, laute Musik ist in keiner Weise hilfreich für Integration.
    Kümmert euch darum dass die Leute schwimmen lernen, Fahrrad fahren, Schuhe binden, alles das was wir als Kinder gelernt haben – das kennen die Meisten von denen nicht wenn die hier ankommen.
    Faullenzen und Feiern hilft da niemand.
    Wer den Flüchtigen helfen will, sollte Ihnen helfen, mit Lernen, und nicht sie zum Saufen animieren.
    Wenn diese Flüchtigen perfekt deutsch könne, wenigstens mal die Grundrechenarten gelernt haben, Schuhe binden können und zu einem Amt gehen können – ohne fremde Hilfe -und sei es nur um Ihr Sozialgeld abzuholen – dann werden sie auch selbstbewußter sein und solche Dinge wie Oben wird sie gar nicht interessieren.
    Für die ist doch viel eher wichtig Geld zu verdienen, das sie mit Western Union nach Eritrea zu Ihren Familien senden können. Und das wenn möglich legal. ABER WIE soll das gehen solange sie nicht wenigstens die Sprache kennen?
    DA muss angesetzt werden. Denn sonst werden sie natürlich kriminell werden, es geht nämlich darum ob Ihre Familien hungern im Herkunftsland.
    Denn das ist auch der Grunb warum sie hergekommen sind.

  8. John sagt:

    @Theo Gottwald

    ich musste ihren text wirklich 3 mal lesen da ich nicht glauben konnte,dass es jemamd wagt, so einen grenzdebilen kommentar,der vor menschenverachtung nur so strotzt öffentlich preiszugeben.
    sie würden also allen flüchtlingen jeden etwaigen spassfaktor verbieten und zum lernen der deutschen sprache und schnürsenkel binden lernen zwingen,bevor man ihnen, als teil der gesellschaft in gastronischen einrichtungen einlass gewähren soll?ohh wie wäre es dein gleich noch mit arbeitslager??
    diese menschen haben genau so ein recht am alltagsleben teilzunehmen, wie alle anderen auch.diese leute ,die ohnehin schon als aussenseiter gelten, gleich nochmal ausgrenzen und durch solche aussagen wie ihre, weitere hasstiraden in der bevölkerung zu provozieren, finde ich einfach unmöglich und abstossend!

    armes deutschland kann ich hierzu nur noch sagen!

  9. Bob sagt:

    Warum klagen die betroffenen Männer aus Eritrea nicht?

    Erst im Dezember 2014 musste eine Münchener Disco 500 Euro SCHMERZENSGELD an einen Mann aus Burkina Faso aus demselben Grund leisten.
    Damit ist auch klar, wie der Vorfall in Freyung einzuschätzen ist. Komisch, dass das alle anderen Beteiligten verharmlosen?

    http://www.welt.de/regionales/bayern/article135510478/Club-muss-Schmerzensgeld-wegen-Rassismus-zahlen.html

  10. Florian Hauser sagt:

    Das ist der Preis der Freiheit. Dinge wie das Hausrecht übersteigen in einer konkreten Situation die allgemeine Schwammigkeit mancher Grundgesetzartikel. Das gab es schon vor dem Fall der Mauer, ebenso in der DDR wenn auch selten.
    Der Alltagsrassismus ist eine gesamtgesellschaftliche Erscheinung, um das einzudämmen braucht es nicht bloß das eintreten der weltoffenen Bevölkerung sondern eine Regierung die den Mut aufbringt eine Erziehung der Menschen zu selbstständig denkenden Wesen zu fördern anstatt sie mit verboten und Nötigungen zu überfahren. Verbote in einer fülle anzuordnen die nicht zu kontrollieren ist, ist töricht. Die eigenständige Handlung, Konsequenz und das selbstständige Denken über heuchlerische technische Warnsysteme, Verordnungen, Verbote und Nötigung zu verstümmeln ist ein moralisches Verbrechen. Rassismus kann sicher durch logische, eigenständige Denkvorgänge und soziale wärme bekämpft werden, aber nie auf dauer mit Gewalt, gleich ob mit politischer oder Waffengewalt.

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