Ruediger Dahlke: „Die Schulmedizin hat einen dramatischen Verbesserungs- und Erweiterungsbedarf“

Freyung. Die einen sagen, er sei ein Spinner. Die anderen sind von seinen Erkenntnissen überzeugt. Gemeint ist der gebürtige Berliner Ruediger Dahlke – der Arzt, der Psychotherapeut, der Autor. Seiner Meinung zufolge liegt der Grund für verschiedenste Krankheiten in einem negativen Erlebnis des Betroffenen. Im Interview mit dem Onlinemagazin „da Hog’n“ spricht der 63-jährige Wahl-Österreicher über seine Theorien. Außerdem wirft er einen Blick auf die Schulmedizin, die „dringend verbesserungswürdig“ sei und erklärt, wie man größere Erkrankungen schon im Vorhinein vermeiden kann.

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Vor allem im Bereich der Esoterik und der Psychotherapie hat sich Ruediger Dahlke einen Namen gemacht. Foto: Peter Horn

Herr Dahlke, wie sieht die Gesellschaft Krankheit und wie sehen Sie Krankheit?

Für mich ist Krankheit eine Aufgabe, die uns mit der Verantwortung konfrontiert, etwas, was wir im Bewusstsein nicht gelöst haben, nun auf der Körper-Bühne zu erkennen und in Ordnung zu bringen, eben Antworten darauf zu finden. Verantwortung zu übernehmen für unsere Gesundheit ist, in meinen Augen, die große Chance und das hat keinesfalls mit Schuld zu tun. Verantwortung und Schuld müssen wir wieder unterscheiden lernen.

Die Schulmedizin sieht Krankheit als ein zufälliges Geschehen, nach dem Motto „Pech gehabt“. Die Gesellschaft hat sich zum Glück schon immer mehr der Sicht von „Krankheit als Symbol“ und „Krankheit als Weg“ angeschlossen. Millionen Bücher sind diesbezüglich im Umlauf und nicht selten hören wir schon „Hast Du es schon im Dahlke nachgeschlagen“. Da ist dann das Nachschlagewerk „Krankheit als Symbol“ gemeint, was Tausende von Symptomen und Hunderte von Krankheitsbildern in ihre geistig-seelische Bedeutungsebene übersetzt. Das freut dann den Arzt und Autor in mir richtig. Menschen haben und hatten wohl immer ein Bedürfnis nach Sinn und Erklärung.

„Das geistig-seelische Wachstum ist zu empfehlen“

Was ist Ihrer Meinung nach der Grund für schwerere Erkrankungen wie zum Beispiel Krebs?

Das wird in einer Antwort notgedrungen zu kurz und plakativ. Ich versuche es trotzdem. Krebs ist ein Wachstumsproblem. Wir sind ein Leben lang zu Wachstum aufgerufen. Anfangs wächst das Kind in die Länge und dann sollten wir weiter in geistig-seelischer Hinsicht, in sozialer und auch spiritueller Hinsicht wachsen. Wo das nicht geschieht, gibt es eine Tendenz in die Breite zu wachsen, wovon die Übergewichts-Epidemie zeugt, aber auch punktuell zu wachsen im Sinne von Tumoren, gut- und bösartigen. Wir haben also gar nicht die Wahl, ob wir wachsen, sondern lediglich auf welcher Ebene. Da ist unbedingt die geistig-seelische zu empfehlen und die körperliche als gefährlich zu durchschauen.

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„Von 100 Menschen, die in der zweiten Lebenshälfte ihren langjährigen Lebenspartner verlieren, haben ein Jahr später über 60 ein Karzinom. Das zeigt doch sehr deutlich, wie wichtig die Seele ist.“ Foto: Sissi Furgler

Welche Rolle spielt allgemein die Psyche bei Krankheiten?

… eine entscheidende, denn wir leiden ja immer psychisch. Außerdem ist die Psyche immer federführend beteiligt, weshalb es auch Psychosomatik heißt und nicht Somato-Psychik. Man muss sich nur klar machen, dass von 100 Rauchern lediglich zwei ein Bronchial-Karzinom bekommen. Aber von 100 Menschen, die in der zweiten Lebenshälfte ihren langjährigen Lebenspartner verlieren, ein Jahr später über 60 ein Karzinom haben. Das zeigt doch sehr deutlich, wie wichtig die Seele ist.

In der „neuen“ Gesellschaft mit ständiger Erreichbarkeit via Handy und E-Mail ist der psychische Druck enorm. Gleichzeitig steigt die Krankheitsrate. Wie kann man da noch gesund bleiben?

Ich kann mir Oasen der Ruhe etwa in Gestalt von geführten Meditationen in der Mittagspause gönnen und so wissenschaftlich nachweislich die Herzinfarkt-Rate um über 50 Prozent reduzieren. Durch gesunden Nachtschlaf kann ich mich ebenfalls schützen. Oder ich kann mich pflanzlich-vollwertig im Sinne von „Peace-Food“ ernähren und so meine Wahrscheinlichkeit auf Herz- und Gefäßkrankheiten, auf Krebs und viele andere Zivilisationserkrankungen wie Diabetes II und Übergewicht, Hochdruck und Allergien, Demenz und Alzheimer, Rheuma und Gicht wissenschaftlich nachweislich vermindern.

„Da schämt man sich für die Schulmedizin“

Wie beeinflusst die permanente mediale Berieselung unsere Gesundheit?

Ziemlich negativ, wie wir an den zunehmenden Burn– und Bore-out-Zahlen ablesen können. Persönlich schotte ich mich davon weitgehend ab und arbeite etwa fast immer offline am Laptop, lebe in Südösterreich auf dem Land ohne Handyempfang, verzichte auch auf ein eigenes Handy und so weiter. Vor allem aber meditiere ich, faste regelmäßig mit den Fastenden bei meinen entsprechenden Seminaren in TamanGa und ernähre mich nach „Peace-Food“.

Was halten Sie von der Schulmedizin, was von alternativen Heilmethoden wie Homöopathie?

Die Schulmedizin halte ich für notwendig, aber dringend verbesserungswürdig. Sie kann viel, aber zum Beispiel keine Vorbeugung, obwohl sie dauernd davon redet. Ihre Früherkennung ist zwar besser als Späterkennung, aber hat mit Vorbeugung gar nichts zu tun. Wenn man miterleben muss, wie Schulmediziner der Schauspielerin Angelina Jolie erst die Brüste und dann die Eierstöcke entfernen, schäme ich für die Schulmedizin. Da kann man ja gleich alles wegschneiden, um dann am Schluss ein Gehirn in Nährlösung zu haben, mit Angst vor Gehirntumoren.

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„Die Schulmedizin kann viel, aber zum Beispiel keine Vorbeugung, obwohl sie dauernd davon redet.“ Foto: Omar Borubaev

Aber zum Glück lässt sich mit „Krankheit als Symbol“ und „Peace-Food“ tatsächlich vorbeugen. Also die Schulmedizin hat in meinen Augen einen geradezu dramatischen Verbesserungs- und Erweiterungsbedarf. Aber natürlich will ich sie keineswegs abschaffen. Die Naturheilkunde hat dagegen ungleich weniger Nebenwirkungen und ist schon von daher vorzuziehen, allerdings arbeitet sie häufig mit demselben allopathischen Weltbild wie die Schulmedizin. Diesbezüglich wäre die Homöopathie ungleich besser, allerdings hängt da alles von der Qualität der Homöopathie ab.

Für Ihre Werke sind Sie mit dem Satire-Preis „Goldenes Brett“ ausgezeichnet worden. Was entgegnen Sie solch negativer Kritik?

Das ehrt mich sogar, denn mit diesem „Preis“ sind schon ganz wundervolle Pioniere beglückt worden wie „Homöopathen ohne Grenzen“ oder P.A. Straubinger, der Regisseur des Filmes „Am Anfang war das Licht“. Der dahinter stehende österreichische Skeptiker-Verband ist ein ganz armseliger, von plattem wissenschaftlichem Reduktionismus geprägter Haufen ständig nörgelnder Besserwisser. Die sehen schon längst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Von denen nicht verstanden zu werden, ehrt und freut mich. Bedenklich wäre da das Gegenteil. Außerdem erlebe ich allabendlich bei Vorträgen, wie sich Menschen bei mir bedanken, die sie durch meine Arbeit und Bücher zurück zu Gesundheit und viele auch auf ihren Weg gefunden haben. Das ist meine eigentliche Anerkennung und große Freude. Und dann gibt es ja auch Auszeichnungen wie kürzlich den Mind-Award, den ich mit von mir hochgeschätzten Menschen wie Prof. Fritz Albert Popp, den Entdecker der Biophotonen, mit Götz Werner, dem Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens und mit dem Journalisten Franz Alt teilen darf.

Interview: Helmut Weigerstorfer

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4 Kommentare bei "Ruediger Dahlke: „Die Schulmedizin hat einen dramatischen Verbesserungs- und Erweiterungsbedarf“"

  1. Grit sagt:

    Interessant….aber was ist mit den erblich oder genetisch bedingten Krankheiten? Suche schon so lange nach einer Erklärung für meine plötzliche Gerinnungsstörung…

  2. irina busurina sagt:

    würde sehr gerne die karten für den Vortrag von Dr. Danke gewinnen :) bitte bitte

  3. Stefanie Lindner sagt:

    Liebes Hogn-Team,

    als Krebs-Betroffene kann ich die Theorie der Verantwortung für Krankheiten im Sinne Dahlkes nicht teilen. Die Verantwortung für meinen Tumor trägt ein genetischer Sonderfall. Die Verantwortung für mein Leben, ja, die trage ich selbst.

    Dass ich aus heutiger Sicht krankheitsfrei bin, verdanke ich der „Schulmedizin“. (Der Begriff läuft meiner Meinung nach ins Leere, denn Medizin fußt auf Empirie. Natürliche Heilmittel tun dies nicht und sind daher keine „sanfte Medizin“ oder „Alternativmedizin“, sondern Methoden, die helfen können, aber deren Nutzen nicht statistisch nachweisbar ist.)

    Was mich bei Dahlke und Co. verwundert, ist das überraschend begrenzte Denken. Nur weil ich medizinische Methoden nutze, verweigere ich mich ja nicht einem Nachdenken über Sinn und Spiritualität. Ich habe aus meiner Erkrankung enorm viel gelernt und bin, nehme ich an, „geistig gewachsen“. Und ich hatte schlicht Glück, auf Ärzte zu treffen, die mir helfen können. Ich wünsche mir, dass viele dieses Glück haben und sich diesem nicht ohne Not verweigern, weil sie auf Medizin verzichten. Schwarze Schafe im Naturheilbereich kosten, gerade unter Krebspatienten, Leben. Das hat mit „sanft“ wenig zu tun.

    Im Übrigen hat es mich gefreut, heute zwei Exkollegen zu treffen, und ich wünsche euch alles Gute!

  4. Johanna sagt:

    Ich mag die Bücher von Herrn Dahlke. Die Auseinandersetzung mit sich selber ist allerdings nötig und Arbeit. Eine Lebensaufgabe.

    Als ich gut 30 war, ging mein Immunsystem kaputt. Amalgamvergiftung, psychische Probleme, Alllergien, Neurodermitis…. viele andere Krankheiten sind dann entstanden.

    Ich musste von Kind auf viel Antibiotika schlucken aufgrund eines defektes an den Harnleitern, der immer Infektionen herbeiführte. Auch nach den Operationen.

    Ich war auf praktisch alles allergisch. Auch auf Medikamente, auch auf homöopathische Mittel, sogar Akupunktur vertrug ich nicht.

    So waren mir die Bücher von Herrn Dahlke nach vielen Jahren als Versuchskaninchen bei den Medizinern, die einzige Rettung.

    Und die Zeit, die man sich endlich für sich selber nimmt. Für Entwicklung…und das Annehmen seiner Individualität und diese auch leben, auch wenn man gegen x Ströme schwimmen muss. Sich einsetzen gegen Ugerechtigkeit, sich wehren, sich abgrenzen, nein sagen lernen, sich auch selber ausprobieren und Erfahrungen machen…

    Auch in der Ernährung. Nicht alles glauben, was man einem verkaufen will. Ist ja doch alles nur ein grosser Markt.

    Die Produktionsart ist wichtig. Ich kaufe Ökoprodukte. Ich liebe Milch obwohl ich sie auch lange abgesetzt hatte, weil man mir sagte, das sei besser bei Allergien. Da gehorchte ich noch. Erst als ich merkte, dass sich keine Besserung, eher Verschlimmerung einstellte, nahm ich sie wieder.

    Die Allergien sind im Laufe der Jahre fast ganz weg.

    Ich denke, es ist wichtig, seine Dünnhäutigkeit anzunehmen und sie auch in die Welt hinauszutragen. Die Welt ist von extravertierten für extravertierte gemacht. Sensible Menschen sind leise. Es täte unserer Welt gut, wenn diese mehr mitbestimmen könnten.

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